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  • #65 18 Millionen Mahlzeiten statt Lebensmittel im Müll

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    Das Logo von FareShare

    Im Geschäftsjahr 2015/16 (April 2015 bis März 2016) erhielt die gemeinnützige Organisation FareShare im Vereinigten Königreich 9.070 Tonnen Lebensmittel von der Lebensmittelindustrie – genug um 18,3 Millionen Mahlzeiten für Menschen in Not bieten zu können. Umgerechnet konnte man damit 211.565 Menschen pro Woche ernähren.

    FareShare hat sich im Jahr 2004 formiert, hat aktuell rund 2.5000 Mitglieder und arbeitet u.a. mit den Unternehmen Sainsbury’s und Tesco zusammen. Die über 9 Tonnen Lebensmittel liefert FareShare dann an über 2.000 Einrichtungen wie u.a. Obdachlosenheime, Suppenküchen oder Frühstücksclubs für Kinder im gesamten Vereinigten Königreich. Ziel ist es, einerseits Hunger, andererseits die Lebensmittelverschwendung zu bekämpfen.

    Berechnungen sagen, dass die erreichten Zahlen eigentlich nur die Spitze des Eisberges sind. Mit allen Lebensmitteln, die im Müll landen, könne es möglich sein 800 Millionen Speisen jedes Jahr zu erzeugen.

    Die Wichtigkeit von FareShare wird klar, wenn man sich bei den Einrichtungen umhört, welche die Lebensmittel geliefert bekommen: Jede fünfte Einrichtung müsste wahrscheinlich oder definitiv schließen, fast 60 Prozent müsste die Essensmenge verringern und jede vierte Einrichtung würde andere Dienste einschränken müssen.

    Das weltweit agierende, britische Unternehmen Tesco (mit 28,1% Marktführer im Vereinigten Königreich) verlautbarte Anfang 2017, dass durch den Einsatz der App FoodCloud von Fareshare weitere fünf Millionen Mahlzeiten abgeliefert werden konnten. Die App funktioniert so: Der Supermarkt gibt in eine App ein, welche Produkte er herzugeben hat, die wohltätige Organisationen entscheiden, was sie bräuchten und FareSahre holt ab und liefert die Lebensmittel. Das System wird nun auf weitere Märkte und Unternehmen ausgeweitet.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Hans, Pixabay

  • #64 Simbabwe verbietet körperliche Gewalt an Kindern

    Das ostafrikanische Land Simbabwe wird das nächste Land sein, welches körperliche Gewalt an Kindern in der Schule und Zuhause unter Strafe stellt. Der Oberste Gerichtshof des Landes entschied sich für den Verbot, nachdem Eltern sich aufgrund der Gewalt von LehrerInnen an SchülerInnen  mit Kinderrechtsorganisationen zusammentaten und damit bis zum Obersten Gerichtshof gelangten. Nun muss nur noch der Verfassungsgerichtshof dem Verbot zustimmen.

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    Durch Klick auf die Landkarte landest du auf einer interaktiven Weltkarte, die den Fortschritt des weltweiten Verbots zeigt

    Grundsätzlich ist ein Verbot von körperlicher Gewalt gegen Kinder bereits in der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen niedergeschrieben – diese Konvention wurde von der UN-Generalversammlung  im November 1989, also vor über 27 Jahren verabschiedet. Bislang haben 52 Staaten der Welt jede Form körperlicher Gewalt gegen Kinder verboten (Simbabwe wäre Staat Nr. 53). Zumindest 54 weitere Staaten haben sich verpflichtet, an einem vollen Verbot zu arbeiten.

    In Österreich ist körperliche Gewalt gegen Kinder seit 1989 verboten, in Deutschland seit 2000. In der Schweiz ist körperliche Bestrafung zuhause und in der alternativen Betreuung erlaubt. Österreich ist übrigens nach Schweden (1979), Finnland (1983) und Norwegen (1987) das vierte Land weltweit, welches ein solches umfassendes Verbot hatte. Seit 2011 gibt es zudem ein verfassungsgesetzlich geschütztes Recht jedes Kindes auf eine gewaltfreie Kindheit.

    Wer sich die interaktive Landkarte (siehe Abbildung rechts) ansieht, wird überrascht sein: Südamerika ist hier Nordamerika weit voraus – aber auch in Europa gibt es Staaten (Vereinigtes Königreich, Frankreich, Luxemburg, Schweiz, Italien, Tschechien, Kosovo und Weißrussland), welche in manchen Bereichen bislang noch keinen Verbot vorweisen können – sich die Regierungen aber auch nicht zu einem baldigen vollen Verbot verpflichtet haben.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Alexas_Fotos, Pixabay

  • #63 Mit dem Fernsehen eine Sprache lernen

    Bei der Integration von zugewanderten Menschen ist das Erlernen der Sprache eine der größten Herausforderungen und zugleich eine sehr wichtige Bedingung. Deshalb arbeiten auch viele WissenschaftlerInnen, ForscherInnen und Kreative in diesem wichtigen Feld. Während das bereits vorgestellt Tarjimly (von drei MIT-Entwicklern umgesetzt) sich als Übersetzungshelfer ansieht, geht es bei uugot.it hingegen darum, eine Sprache langfristig zu erlernen.

    Doch wie funktioniert diese App? Auf linz.at ist die Funktionsweise kurz zusammengefasst:

    Das Prinzip ist einfach: TV-Sendungen werden auf das Smartphone oder Tablet gestreamt und mit interaktiven Untertiteln versehen. Der/Die NutzerIn kann sich nicht verstandene Begriffe simultan übersetzen lassen. „Wir wollen mit uugot.it nicht nur eine einfache, sondern auch eine unterhaltsame Methode entwickeln, um Sprache zu lernen. Eine Methode, die gleichermaßen Spaß macht und den Integrationsprozess beschleunigt“, erklärt Philipp Etzlinger, CEO und Co-Founder von uugot.it. (linz.at)

    Um es noch einmal kurz zu erklären: Die Untertitel sind zuerst einmal auf Deutsch. Versteht man ein Wort nicht, wird dies durch Draufklicken simultan übersetzt – in die (auswählte) Muttersprache der TeilnehmerInnen. Dieses angeklickte Wort taucht dann als interaktive Lernkarte auf, um später wiederholt zu werden. Etzlinger betont zudem, dass Fernsehen auch sehr viel über die Kultur eines Landes zeigt und macht dies für Zugewanderte verständlicher.

    Ihre Marktgröße schätzen sie auf ihrer Website sehr hoch ein: denn weltweit gibt es 1,2 Mrd. Menschen, die eine Sprache lernen und 232 Millionen Migranten. Vorerst haben sie einen deutlich kleineren, aber doch recht großen Erfolg zu vermelden: Die oberösterreichische Landeshauptstadt Linz unterstützt das Projekt – das bedeutet, dass TeilnehmerInnen, welche an der Volkshochschule Linz den Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ besuchen, in einer fünfwöchigen Testphase die App nutzen sollen. Diese soll helfen, Fehler auszumerzen und die Usability zu verbessern, um die Marktreife zu erlangen.

    Hier noch ein Video, mit dem sie Ende 2015 um ein erstes Crowdfunding-Budget fragten:

    https://www.youtube.com/watch?v=bf6Vf4XT5Ms


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, OpenClipart-Vectors, Pixabay

  • #62 Dank Screening weniger Todesfälle durch Darmkrebs

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    Die Kampagne der Felix Burda Stiftung zum Darmkrebsmonat März 2017

    Nach aktuellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ging die Sterblichkeit bei Darmkrebs zwischen 1989 und 2011 in Europa deutlich zurück: bei Männer um 13 und bei Frauen um 27 Prozent.

    In Ländern mit sogenannten Screening-Programmen gibt es dabei die größten Rückgänge: Unter anderem in Deutschland, Österreich, der Schweiz, England, Belgien, Luxemburg, Tschechien und Irland gingen die Sterberaten bei Männern um mehr als 25, bei Frauen um mehr als 30 Prozent zurück. In Deutschland konnten seit 2002 (als die Koloskopie als gesetzliche Vorsorgeleistung eingeführt wurde) 200.000 Neuerkrankungen und 90.000 Todesfälle verhindert werden.

    Im westlichsten österreichischen Bundesland Vorarlberg gibt es seit zehn Jahren ein großes Darmkrebsvorsorgeprogramm. Seit der Jahrtausendwende erreichte man damit rund 29,3 Prozent der Zielgruppe der über 50-Jährigen – bei den Frauen waren es sogar 55 Prozent.

    Warum der Staat (natürlich abgesehen von den unzähligen Menschen, die dadurch gerettet werden können) weiter und intensiver in die Vorsorgeuntersuchungen investieren soll? Das erklärt der österreichische Präsident der Bundesärztekammer:

    Laut einer von der österreichischen Ärztekammer in Auftrag gegebenen Studie würde der volkswirtschaftliche Nutzen nach nur zehn Jahren Vorsorgeuntersuchung in Österreich zwischen drei und 4,5 Milliarden Euro betragen. Das seien rund zehn Prozent der gesamten durchschnittlichen Ausgaben für das Gesundheitswesen pro Jahr, verdeutlichte Bundesärztekammer-Präsident Artur Wechselberger. (derstandard.at)

    Seit 2002 organisiert die Felix Burda Stiftung, gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe und der „Stiftung Lebensblicke“ jährlich den Darmkrebsmonat März – um Aufmerksamkeit für die Erkrankung, aber vor allem für die erfolgreichen Möglichkeiten der Früherkennung  zu schaffen.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Elionas2Pixabay

  • #61 Leonhard: Vom Gefängnis zurück ins Arbeitsleben

    Die Resozialisierung von StraftäterInnen ist ein schwieriges Unterfangen. Im Durchschnitt werden in Deutschland 50, in Österreich rund 40 Prozent der StraftäterInnen wieder rückfällig. Deshalb gibt es immer wieder verschiedene Initiativen, welche sich jenen Menschen annehmen, die kurz davor sind, ihre Strafe verbüßt zu haben. Eine besondere ist dabei die gemeinnützige Leonhard GmbH, über die Marinela Potor auf BASICthinking ausführlich berichtet hat.

    Leonhard von Limoges

    war ein fränkischer Adelssohn und wird von der katholischen Kirche als Heiliger verehrt. Er ist u.a. der Schutzpatron für die Gefangenen.

    Sie bietet nämlich das einzige Programm in Europa an, in welchem Strafgefangene einen offiziellen Hochschulabschluss erwerben können. 2009 las Bernward Jopen, der Gründer von Leonhard GmbH von einem „Prison Entrepreneurship Program“ in Texas. Er sah es sich dort an, und wollte das Konzept auch in Deutschland umsetzen. Unterstützt wurde er dabei von Anfang an von seiner Tochter Maren. In der Justizvollzugsanstalt Stadelheim startete schließlich bereits 2011 das Pilotprojekt.

    Ein Kurs dauert insgesamt 20 Wochen und ist, wie Maren erklärt, sozusagen ein Mini-BWl-Studium. Finanziert wird das Programm zu 80 Prozent von der Agentur für Arbeit, für den Rest sammelt Leonhard Spenden. Durchschnittlich 15 bis 18 Gefangene nehmen daran jedes Mal teil, Kurse beginnen zwei Mal im Jahr. Die Teilnehmer sind zwischen 20 und 65. Die Teilnehmer verbüßen eine Haftstrafe z.B. wegen schwerer Körperverletzung, Drogendelikten oder Betrug.

    Nach Abschluss des Kurses und nach der Entlassung begleiten die MentorInnen des Programm die Teilnehmer auch noch ein Jahr lang auf den ersten Schritten – sie unterstützen sie z.B. bei der Wohnungs- und Arbeitssuche. Durchschnittlich gut 60 % finden nach etwa einem Monat einen Job oder beginnen ein Studium, rund 30 % gründen sogar ein eigenes Unternehmen. Aber auch hier gibt es eine Rückfallquote – 11 % der Teilnehmer wurden rückfällig, deutlich geringer also als die bundesweite Rückfallquote von 50 %.

    Dieses (zwei Jahre alte) Video zeigt, warum dieses Programm offenbar so gut funktioniert:


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, PavlofoxPixabay

  • #60 Mr. Trash Wheel schützt den Hafen von Baltimore vor Müll

    Müll, der durch den Zufluss in einen Hafen angeschwemmt wird, sieht einerseits definitiv nicht schön aus und man hat andererseits große Mühen, den Hafen wieder davon zu bereinigen. Aus diesem Grund gibt es in Baltimore (Maryland, USA) seit Mai 2014 ein Vorrichtung, welche sich um den an der Wasseroberfläche schwimmenden Müll kümmert, bevor er den Hafen erreicht. Und weil offenbar irgendjemand weiß, wie man so etwas perfekt bewirbt, gab man dem Gerät einen wunderbaren Namen und ein freundlichem Aussehen.

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    Mr. Trash Wheel beobachtet mit seinen großen Augen die auf ihn zuschwimmenden Wassermengen des Jones Falls Flusses,  bevor der schwimmende Müll über ein Förderband in seinem großen Mund verschwinden.

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    Auf der Website der baltimorewaterfront wird sorgfältig mitgezählt

    Seit 2014 schützte er den Hafen damit vor rund 492 Tonnen Müll. Darunter rund 368.000 Plastikflaschen, 8.9 Millionen Zigarettenstummel (!) und rund 338.000 Chips-Verpackungen. Angetrieben wird Mr. Wheel dabei einerseits vom Fließen des Wassers und von Sonnenenergie. Der eingesammelte Müll wird übrigens entweder recycelt oder zur energiegewinnenden Verbrennung zugeführt.

    Die von der Waterfront Partnership of Baltimore gestartete „Healthy Harbor Initiative for a swimmable and fishable Baltimore Harbor“ hat zum Ziel, dass der Hafen bis 2020 wieder zum Fischen und Schwimmen freigegeben werden kann. Und man ist zufrieden mit der Arbeit des freundlichen Müllschluckers; deshalb stellte man ihm mit Professor Trash Wheel eine weibliche Kollegin zur Seite. Seit Ende 2016 verrichtet sie ihre Arbeit an einer anderen Stelle des Hafens.

    Wer sich nun von der wunderbaren Arbeit der beiden Trash Wheels überzeugen will, kann den beiden übrigens auf Facebook und Twitter folgen und „ihnen“ auch Fragen stellen. Wer gerade wirklich nichts zu tun hat, der kann sich natürlich auch den Livestream ansehen.

    Mr. Trash Wheel Prof. Trash Wheel
    Twitter @MrTrashWheel @ProfTrashWheel
    Facebook Mr. Trash Wheel Professor Trash Wheel
    Website Trash Wheel Project
    Livestream Link

    Aber um die Funktionsweise von der Familie Trash Wheel zu verstehen ist dieses Video wichtig: Hier sieht man, dass Menschen benötigt sind, um den möglichst durchgängigen Ablauf zu garantieren. Bei Minute 2:05 sieht man zudem, wie der müll-auffangende Container rasch ausgewechselt wird.

    Ob Mr. und Professor Trash Wheel in irgendeiner Form mit Boaty McBoatface verwandt sind, konnte übrigens bis heute nicht wirklich geklärt werden.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: Bilder von der Facebook-Seite von Mr. Trash Wheel (1 und 2) und Screenshot der Website (kleines Bild seitlich rechts)

  • #59 Wie ein junger Mann HIV-Neuinfektionen in England zurückdrängte

    Die Anzahl der HIV-Neudiagnosen bei schwulen Männern in London ist innerhalb von 12 Monaten um 40 Prozent, in ganz England um ein Drittel gesunken. Der Grund dafür ist Greg Owen und sein Einsatz für PrEP (Präexpositionsprophylaxe), also Medikamente, die bei täglicher Einnahme vor einer möglichen HIV-Infektion schützen sollen.

    In einem langen Beitrag im britischen Buzzfeed erzählt Journalist Patrick Strudwick wie Owen dies gelang. Der junge Mann hatte selbst Angst davor, sich mit dem HI-Virus zu infizieren und wollte 2015 mit PrEP starten, was er auch in einem Facebook-Posting verlautbarte. Am Tag darauf wollte er noch einen Doppelcheck (Blut und Urin) durchführen lassen – doch die Nachricht, die er dort erhielt, war unerwartet: Er hatte sich bereits infiziert. Er war HIV-positiv. Als er auch das veröffentlichte er auf Facebook, bekam unglaublichen Zuspruch, Unterstützung, aber, wegen seinem vorhergegangenen Posting auch zahlreiche Fragen zu PrEP.

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    Das Logo von Owens Website für PrEP-Medikamenten

    Das brachte ihn dazu, sich zu fragen, wie man PrEP mehr und mehr verbreiten kann: Denn die Behandlung wurde von der britischen National Health Service (NHS) nicht bezahlt; wollte man es sich privat verschreiben lassen, hätte das pro Monat 500 Pfund (587,52 Euro) gekostet. Owens Idee, ein Generikum des Medikaments aus dem Ausland zu importieren und es auf einer eigenen Website anzubieten, war schließlich der Schlüssel zum Erfolg. Was jetzt ein bisschen dubios klingt, war mit Ärzten besprochen und die angebotenen Generika waren natürlich bereits zahlreichen Tests unterzogen. Die Kosten beliefen sich für eine Monatsration an Medikamenten auf rund 50 Pfund (58,75 Euro).

    Vor allem auch, weil es 2016 erst daran scheiterte, dass die NHS begann, die Kosten für das Medikament zu übernehmen, um es schließlich im November doch noch zuzulassen, brachte viel Aufmerksamkeit auf PrEP und Owens Website. Zehntausende Menschen pro Monat informierten sich über die Medikamente und bestellten die Generikas. Deshalb ist er auch der wichtigste Part, der für den Rückgang in England zuständig ist, wie Professor Sheena McCormack, eine der angesehensten HIV-Ärztinnen, erklärt:

    “She said, ‘It’s all very well us doing this – professors, doctors, researchers – but you did something that none of us could have done. You convinced people that they would want to use PrEP because you showed them how easy it was. And then you implemented support for them and then made it easy for them to buy it. None of us could have done that because none of us are you.’”

    Reich geworden ist Owen damit nicht: Mit der Website verdient er selber nichts. Und musste deshalb in den vergangenen Monaten noch regelmäßig auf den Couches von Freunden und Familie schlafen und sich irgendwie durchschlagen. Dafür kann er sagen, dass er zu einem immensen Teil zuständig für einen der größten Rückgange an Neuinfektionen in England in den über 35 Jahren seit der Entdeckung des HI-Virus.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC 2.0 BY SA, torbakhopper, a glorious pride parade summer day, scott richard, Flickr

  • #58 Das „Miniatur Wunderland“ schenkte 18.000 Mal Freude

    Das „Miniatur Wunderland“ in Hamburg ist nicht nur die größte Modelleisenbahnanlage der Welt, sondern auch ein Besuchermagnet. Zum fünfzehnten Mal in Folge konnten die beiden Betreiber, die Brüder Frederik und Gerrit Braun, im Jahr 2016 einen Rekord verbuchen. Am 4. Jänner verkündeten Sie auf ihrer Facebook-Seite dann eine sehr, sehr schöne Sache: An 17 Terminen im Jänner galt freier Eintritt für alle, die sich das nicht leisten können. In diesem Video erklären sie ihre Beweggründe.

    https://www.facebook.com/MiniaturWunderlandHamburg/videos/10156014457444988/

     

    Das Ergebnis war überwältigend: Rund 18.000 Menschen nahmen dieses Angebot an. Nachdem die Jänner-Zahlen aus dem Vorjahr mit den zahlenden Jänner-Zahlen aus 2017 vergleicht, so gab es kaum Unterschied. Frederik Braun dazu: „Das gibt mir das Gefühl, dass alle ehrlich waren.“

    Die Aktion tauchte jetzt noch einmal in die Medien auf, weil die Betreiber einen wütenden Brief erhalten haben. Das daraus resultierende Interview auf spiegel.de ist lesenswert und zeigt, dass solche Aktionen unbedingt Nachahmer brauchen:

    Bei uns ist es so: Wenn wir geöffnet haben, ist es eigentlich egal, wie viele Menschen kommen. Dadurch entstehen uns keine zusätzlichen Kosten. Unternehmen, die eine ähnliche Situation haben – also Tierparks, Museen und so weiter – kann ich nur sagen: Macht das auch. Ihr verliert nichts. Ihr gewinnt nur. (Frederik Braun auf spiegel.de)

    (mehr …)

  • #57 Neues Partnerschaftsgesetz in Slowenien tritt in Kraft

    Rechtliche Situation für gleichgeschlechtliche Paare in Europa – By Silje L. BakkeOwn work. This file was derived from: Same sex marriage map Europe.svg, CC BY-SA 3.0, Link

    Bereits seit 2006 ist es in Slowenien möglich, eine eingetragene Partnerschaft einzugehen – ähnlich wie z.B. in Österreich ab 2010, Deutschland ab 2001 und der Schweiz ab 2007. Die rechtliche Gleichstellung mit heterosexuellen Partnerschaften ließ aber auf sich warten. Im März 2015 verabschiedete dann das slowenische Parlament schließlich in Gesetz, das die gleichgeschlechtliche Ehe und zugleich die Adoption ermöglichte. Dieses Gesetz wurde jedoch durch ein Referendum im Dezember 2015 außer Kraft gesetzt.

    Eine Studie über den rechtlichen Status von homosexuellen Paaren stellte 2015 fest, dass diese Paare in rund 70 Gesetzen gegenüber heterosexuellen Paaren diskriminiert werden. (salzburg24.at)

    Die gleichgeschlechliche Ehe gibt es mit dem neuen Partnerschaftsgesetz auch diesmal nicht. Darauf (also, dass die gleichgeschlechtliche Partnerschaft nicht als Ehe bezeichnet wird) legten vor allem die konservativen Parteien viel wert. Dafür haben diese dem Gesetz im April 2016 zugestimmt, ein Referendum soll es diesmal nicht geben.

    Das Partnerschaftsgesetz führt aber dazu, dass die gleichgeschlechtlichen Partner zu einem großen Teil mit den heterosexuellen Partnern gleichgestellt werden. Nun dürfen z.B. Lebenspartnerschaften in einer feierlichen Zeremonie vor einem Standesbeamten geschlossen werden. Bislang gab es solche offiziellen Feierlichkeiten noch nicht. Das neue Gesetz sieht Gleichstellung bei den Rechten und Pflichten: Darunter fallen z.B. die Unterhaltspflicht, Anspruch auf gemeinsames Vermögen, Krankenversicherung nach dem Partner oder Witwenpension. Die Fremdkind-Adoption und die In-Vitro-Fertilisation für lesbische Paare kommt aber auch mit diesem Gesetz nicht. Am Samstag, den 25. Februar 2017, wurde das erste lesbische Paar in Maribor in einer Zeremonie vermählt.

    In Europa gibt es zwölf Länder, in denen es bislang die (staatliche) gleichgeschlechtliche Ehe gibt: das sind Portugal, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Irland, Norwegen, Schweden, Island, Belgien, Dänemark, Luxemburg und die Niederlande.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC 2.0 BY, r-a-d-e-k, Gay traffic lights in ViennaFlickr

  • #56 App „Be My Eyes“ unterstützt Blinde im Alltag

    Blinde und sehbehinderte Menschen legen meist sehr viel Wert auf ihre Unabhängigkeit – aber dann gibt es Momente, wo etwas Unterstützung benötigt wird. Der dänische App-Erfinder Hans Jørgen Wiberg möchte mit seiner Kreation „Be My Eyes“ diesen Menschen unter die Arme greifen.

    Die App funktioniert folgendermaßen, und setzt dazu natürlich eine vorherige Registrierung und Anmeldung voraus: Man ruft mit seinem Smartphone die App auf und wird dann mit einem Freiwilligen oder einer Freiwilligen verbunden. Diese sehen dann durch die Linse der Hauptkamera (nicht der Frontkamera) und helfen dann dem/der Nutzerin bei den gewünschten Dingen. Man leiht sich sozusagen das Augenlicht eines Sehenden für einen Augenblick einfach aus.

    https://www.facebook.com/BBCworldhacks/videos/1864797907111330/

    Bereits Anfang 2015 gestartet, hat sich bereits eine große Nutzerbasis aufgebaut: Damals waren es noch nicht einmal 1.000 blinde und sehbehindert Nutzer – aktuell nutzen es schon über 30.000 und über 460.000 sehende Freiwillige haben sich angemeldet. Und bereits 200.000 Interaktionen haben dabei schon stattgefunden „Be My Eyes“ ist ähnlich wie die Übersetzungsapp „Tarjimly“ (der 365guteDinge-Beitrag hier) eine Kreation, die eine Schnittstelle zwischen potentiellen HelferInnen und jenen Menschen herstellt, die diese Hilfe benötigen. Die App funktioniert in 80 Sprachen und ist aktuell leider noch auf iOS-Geräte (iPhone und iPad) beschränkt. An einer Android-Version wird gerade gearbeitet.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, allinonemoviePixabay