Kategorie: Uncategorized

  • #205 „Never Eat Alone“ – Die App für die Mittagspause

    „Never Eat Alone“ ist eine App, die große Unternehmen in ihr firmeninternes Ökosystem einbinden können – und damit eine große Veränderung herbeiführen: Denn ähnlich einer Partnerbörse sucht man hier nach Menschen aus anderen Abteilungen mit ähnlichen Interessen oder besonderen Expertisen, um sich beim Mittagessen austauschen zu können.

    Die Idee zur App kam die Deutsche Maria Schneegans, 23 Jahre alt und bereits Unternehmerin eines Millionenunternehmens, als sie selber für drei Monate ein Praktikum bei der Schweizer Großbank UBS machte. Weil es schwierig war, am Anfang Anschluss und MittagspartnerInnen zu finden, begann sie einfach, an Türen zu klopfen und um Begleitung zum Mittagessen zu fragen. Am Ende ging sie sogar manchmal mit dem Vorstandsvoritzenden essen – und überraschte damit zahlreiche langjährige MitarbeiterInnen.

    Daraus entstand die Idee, mittels firmeninterner App das Kennenlernen, Einladen und das Über-die-Wände-der-eigenen-Abteilung-Schauen zu erleichtern. Umgesetzt hat sie ihre Idee dann mit Paul Dupuy, einem Freund, der bereits als leitender Angestellter bei einem App-Start-Up gearbeitet hat. JedeR MitarbeiterIn füllt dabei ein Profil aus und gibt darin die eigenen Themenexpertise an sowie jene Themen, über die man persönlich mehr erfahren möchte. Bereits nach 16 Monaten zählt Schneegans bereits 60 Kunden für ihre App: darunter L’Oreal in New York, Allianz in Deutschland oder die LLoyd’s Bank im Vereinigten Königreich.

    Das Unternehmen startet nun ein offizielle Studie um herauszufinden, ob es einen Zusammenhang zwischen gemeinsamen Mittagspausen und der Unternehmensproduktivität gibt. „Never Eat Alone“ entwickelt sich übrigens auch weiter: die Workwell-Plattform soll sich darum kümmern, dass das Firmenintranet weniger nervt.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public DomainStockSnapPixabay

  • #204 Spezielle Ausbildung zur ärztlichen Behandlung von Menschen mit Mehrfachbehinderung

    Die Stadt Wien und die Wiener Gebietskrankenkasse haben Unterlagen erarbeitet, um die Behandlung von Menschen mit Mehrfachbehinderungen für ÄrztInnen und PflegerInnen zu erleichtern. Die Unterlagen mit dem Namen „Geko Wien“-Pass sollen als Hilfsmittel dienen, in denen strukturiert Informationen zu PatientInnen eingetragen werden können.

    Darin gesammelt werden Kompetenzen, Verhaltensweisen, spezielle Bedürfnisse und wichtige medizinische Daten der Passbesitzer. Denn diese geben selbst oft nur eingeschränkte Auskunft über ihre Gesundheit, Ärzte müssen sich darauf verlassen, was Sachwalter, Eltern oder Angehörige erzählen. (Oona Kroisleitner, derStandard.at)

    In Wien gibt es die „Ambulanz für Menschen mit intellektueller und Mehrfachbehinderung der Barmherzigen Brüder Wien“ – dort sind natürlich die PflegerInnen und ÄrztInnen bereits genau auf den Umgang und die Kommunikation mit den PatientInnen geschult.

    Die Gesundheits- und Sozialstadträtin möchte das nun ändern:

    Mit dem Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen wurden daher Qualifizierungsmodule für diese Patientengruppe erarbeitet. In fünf Modulen soll ein Basisverständnis, Wissen über spezielle medizinische und pflegerische Anforderungen, Verständnis für die Lebenswelten und Kompetenzen zu Kommunikation vermittelt werden. Gespräche mit den Bildungseinrichtungen und Berufsverbänden würden bereits laufen, eine Lehrplanumstellung benötige aber eine längere Vorlaufzeit. (derStandard.at)


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public DomainCORIGLIANOADVPixabay

  • #203 Betrieb von neuartiger Wasserturbine auch bei geringer Fallhöhe wirtschaftlich

    Doro Turbine nennt sich das Anfang dieses Jahres gegründete Grazer Start-Up, dass sich das Ziel gesetzt hat, die Erzeugung von Strom durch Wasserkraft nicht nur in großem Ausmaß, sondern auch im kleinen zu ermöglichen.

    Der 27-jährige Maschinenbauer Stefan Strein hat die Turbine konzipiert und arbeitet aktuell an einem einsatzfähigen Prototypen. Das Besondere daran ist, dass es auch bereits bei kleinen Fallhöhen von 0,7 bis drei Meter möglich ist, die Turbinen wirtschaftlich zu nutzen. Bislang war es so, dass Wasserkraftpotential im Fallhöhenbereich bis 3 Meter nur unwirtschaftlich genutzt werden konnten.

    Fallhöhe

    bezeichnet im Wasserbau die Differenz zwischen Ober- und Unterwasser einer Fallstufe, im Einzelnen zum Beispiel eines Wehres, einer Schleuse oder eines Wasserkraftwerkes. (Quelle: de.wikipedia.org)

    Auf der Website des Start-Ups wird die Funktionsweise der kleinen Turbine erklärt:

    Die Schaufeln der doro turbine bewegen sich unabhängig zur Nabe und tauchen geführt ins Oberwasser ein. Dies ermöglicht weitaus höhere Wirkungsgrade und Durchflussmengen als bei herkömmlichen Schaufelturbinen. (Quelle: doro-turbine.com)

    Eine solche Turbine soll bis zu 800 Haushalte versorgen. Die Kraftwerkgesamtleistung liegt zwischen 20 und 500 Kilowatt. Im Gegensatz zu konventioneller Stromerzeugung soll das 2.200 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Zusätzlich betont das Unternehmen, dass die Turbine fisch- und sedimentdurchgängig ist.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public DomaineberhardgrossPixabay

  • #202 Die Möglichkeit eines Bankkontos für Flüchtlinge

    Die Integration von geflüchteten Menschen ist ein (gesellschafts-)politisches Dauerthema. Für Balázs Némethi scheitert die Eingliederung in die Gesellschaft bereits häufig daran, dass viele von ihnen kein Bankkonto besitzen. Das will er mit seinem Start-up Taqanu verändern.

    Konto ohne Ausweis?

    Das Problem für Flüchtlinge ist häufig, dass sie ohne staatliche Ausweispapiere ankommen. Für Banken normalerweise eine Voraussetzung, um überhaupt erst einmal ein Konto zu eröffnen. Némethi will seine potentiellen „Kunden“ anders identifizieren – mit ihren persönlichen digitalen Fingerabdruck:

    Es ist problemlos möglich, jemanden anhand seines Onlineverhaltens zu identifizieren. Egal ob Kontakte, Suchanfragen, Profile in sozialen Netzwerken, das Tipp- und Wischverhalten auf dem Smartphone: Wenn man nur einen Bruchteil der verfügbaren Daten zusammenträgt, ergibt sich ein Profil, das so einzigartig wie ein Fingerabdruck ist. (Balázs Némethi im enorm Magazin)

    Némethi betont, dass sie diese Daten nur zur Analyse nutzen, sie bleiben dabei immer im Besitz des/der jeweiligen Nutzers/Nutzerin und dieseR entscheidet auch, worauf Taqanu Zugriff bekommt.

    In Zukunft soll diese Technik auch für weitere Bereiche geöffnet werden. So ist es vorstellbar, auch in Krankenhäusern, bei Mobilfunkanbietern oder im Online-Shopping diese Form der Identitätsfeststellung einzusetzen. Doch ob es überhaupt umgesetzt werden kann, ist fraglich: Je nachdem, ob die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (kurz: BaFin) es zulässt – oder eben nicht.

    Némethi sieht darin eine Möglichkeit, die Integration voranzutreiben:

    Wenn wir es schaffen, diesen Menschen einen Zugang zum Finanzmarkt zu geben, kommt der Stein ins Rollen: Ist der einmal da, können die Flüchtlinge auch Verträge unterschreiben, Arbeit suchen – sich kurz gesagt eine Identität aufbauen und sich integrieren. (enorm Magazin)


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public DomainjarmolukPixabay

  • #201 „leaf republic“ macht aus Blättern Geschirr

    Das Münchner Start-up „leaf republic“ hat zugegebenermaßen keine neue Idee: Im asiatischen Raum kennt man schon lange die Vorteile von Pflanzenblättern als Essensunterlage und Geschirr. Doch die Deutschen wollen die Arbeit mit Blättern weiterdenken und auch in Europa zeigen, was in ihren Fasern steckt: Das Produkt von „leaf republic“ ist eine mehrschichtige Naturschale aus Laubblättern, wasserfestem Laub-Papier und noch einer Schicht Laubblätter. Darin befinden sich, wie das Unternehmen betont, keine synthetischen Zusätze, keine Farbe, kein Kleber und außerdem musste kein Baum dafür gefällt werden. Und innerhalb von 28 Tagen ist dieser Schale auch schon wieder verschwunden – und damit vollkommen biologisch abgebaut.

    Die Idee zum Produkt kam den GründerInnen von „leaf republic“ während einer Weltreise, wo sie selbst das Pflanzengeschirr in Aktion erlebten – und natürlich im Gedanken, den Plastikmüll zu verringern. Produziert wird in Deutschland, doch das Unternehmen steht aktuell noch vor einem Problem: Europäischem Laub fehlt es bislang an der Formstabilität und Biegsamkeit. Doch die ForscherInnen im Team suchen bereits nach einer Lösung. Solange importieren sie passendes Laub aus Indien.

    So sieht die Produktpalette aus:

    https://www.facebook.com/leafrepublic/photos/a.584842734867418.1073741827.584832064868485/1376380972380253/?type=3&permPage=1

    PULS, das junge Programm des Bayerischen Rundfunks, hat erst kürzlich über die Teller aus Laubblättern berichtet:

    https://www.youtube.com/watch?v=iN3_Fg5PsmM


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public DomainPexelsPixabay

  • #200 Kenia: Kostenlose Hygieneartikel für Mädchen während ihrer Menstruation

    In Kenia können sich zwei Drittel aller Mädchen und Frauen keine Tampons und Binden leisten: Deshalb bleiben viele Schülerinnen während ihrer Menstruation zu Hause. In Sub-Saraha-Afrika versäumt, laut UNICEF, deshalb eines von 10 Mädchen den Schulunterricht. 2012 waren es nur in Kenia zwischen 30 und 40 Prozent aller Mädchen.

    Ein neues Gesetz sieht nun vor, dass jede junge Frau kostenlose Hygieneartikel für die Zeit der Menstruation zur Verfügung gestellt bekommt. Ende Juni trat das Gesetz, bzw. die Novellierung des Bildungsgesetzes in Kraft. Es verspricht „free, sufficient and quality sanitary towels“ für jedes Mädchen, dass in der Schule registriert ist und zudem  „a safe and environmental sound mechanism for disposal“.

    https://www.facebook.com/NowThisFuture/videos/1079080388889502/


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle:  Bestimmte Rechte (CC BY NC 2.0) vorbehalten von Maria Salamanca, Bildtitel: School, Flickr

  • #199 Verein zur Bekämpfung des plötzlichen Herztodes

    Der 2009 in Österreich gegründete Verein PULS hat eine Mission: Die Überlebensrate bei plötzlichem Herztod soll verbessert werden. Jährlich sterben 12.000 ÖsterreicherInnen pro Jahr daran – und ein Mitgrund ist, dass viele Menschen vor Ort keine Erste Hilfe leisten. Doch gerade die Laienhilfe kann Leben retten – jede verstrichene Minute bis zum Eintreffen der Rettung und des Notarztes kann tödlich sein. Ersthelfer könnten die Überlebenschance bei einem Herzstillstand von 11 Prozent auf 70 Prozent erhöhen.

    Dr. Mario Krammel, geschäftsführender Präsident des Vereins, denkt, dass die Angst, etwas falsch zu machen, der Grund ist, warum so oft nicht geholfen wird. Aber er betont: Nichts ist falscher als nichts zu tun. Ein Pilotprojekt des Vereins beginnt bei der Aufklärung gleich im Kindesalter: Das Thema Reanimation wird im Schulunterricht bereits in der dritten Volksschulklasse (3. Schulstufe) behandelt. Zusätzlich sollen im öffentlichen Raum verstärkt Defibrillatoren installiert werden – ebenso werden „First Responder“, also Feuerwehr oder Polizei, mit Defibrillatoren ausgestattet. Dadurch liest man immer häufiger Meldungen wie diese: „Mein bester Einsatz“- Polizisten als Lebensretter

    Rufen – Drücken – Schocken – Drei Schritte, wie man im Notfall Erste Hilfe leistet

    https://www.youtube.com/watch?v=XrgFn45ZJeM

    1. Rufe zu allererst den Notruf: in Österreich 144, in Deutschland, Schweiz und international: 112
    2. Lege deine Hände übereinander und drücke kräftig (5 bis 6 cm tief) und mittig auf den Brustkorb der betroffenen Person – mindestens 100 Mal pro Minute. Keine Angst, dabei dürfen auch schon einmal die Rippen knacksen.
    3. Falls du einen Defibrillator zur Hand haben (In Österreich: 144.at/defi, in Deutschland: Defikataster.de, in der Schweiz: herzsicher.ch) solltest benutze diesen! Keine Sorge, sie sind meistens mit einer integrierten Anweisung ausgestattet, sodass bei der Anwendung nichts schiefgehen kann.

    Quelle: schroedingerskatze.at


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public DomainsuccoPixabay

  • #198 Aufforstung durch Drohnen

    Das britische Start-Up BioCarbon Engineering möchte etwas gegen die weltweite Abholzung machen – und mithilfe von Drohnen eine Milliarde Bäume pro Jahr pflanzen. Noch dazu an Gebiete, die für Menschen relativ schwer zu bewirtschaften sind.

    Der Journalist Vincent Halang hat in seinem Artikel im enorm Magazin erklärt, wie das in Zukunft funktionieren soll:

    Vereinfacht läuft das so ab: Eine Drohne kartografiert ein vorher per Satellit ausgewähltes Gebiet und misst bestimmte Faktoren wie Biodiversität und Topografie. Aus diesen Daten bestimmt ein Computer, wo sich am besten bestimmte Bäume pflanzen lassen. Eine zweite Drohne wirft die Samen in speziellen Kapseln, die das Wachstum beschleunigen und sicherstellen sollen, auf diese Stellen dann ab. (enorm-magazin.de)

    Die Pflanzdrohne kann bis zu 150 Bäume ansetzen, bevor sie zurück zur Basis muss, um sich neue Samen abzuholen. Trotzdem soll diese Technik zehn Mal schneller sein als das Pflanzen per Hand und nur 20 Prozent der Kosten verursachen. Pro Sekunde soll ein Samen gesetzt werden können – bei zwei gleichzeitig agierenden Drohnenpaaren kommt man (mit der ständigen Aufnahme von neuen Samen) auf rund 100.000 Bäume pro Tag – bei 60 Drohnenteams kommt man dabei auf eine Milliarde Bäume pro Jahr.

    https://www.youtube.com/watch?v=04vtS9BCBho

    Aktuell werden jährlich 15 Milliarden Bäume gefällt – und 9 Milliarden neu angesetzt. Das bedeutet einen Rückgang von sechs Milliarden Bäumen. Hier kann BioCarbon Engineering den vollen Rückgang nicht wett machen, aber doch einen bedeutenden Anteil an der Verringerung beisteuern.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, abdulmominyottabdPixabay

  • #197: Immun-Gentherapie gegen Leukämie in den USA vor Zulassung

    Eine von dem Schweizer Pharmaunternehmen Novartis eingereichte Therapie zur Behandlung von Leukämie wurde von dem Onkologie-Experten-Gremium der FDA (Food and Drug Administration) als einstimmig positiv empfohlen. Damit könnte ein möglicherweise zukunftsweisendes Verfahren für die immunologische Krebstherapie in naher Zukunft zugelassen werden.

    Die Methode mit dem wohlklingenden Namen „Tisagenlecleucel“ ist eine Zelltherapie für Patienten mit der Diagnose B-Zell-Leukämie. Die ForscherInnen entnehmen dabei T-Lymphozyten aus dem Blut, frieren diese ein und verschicken sie an ein Labor. Dort werden schließlich diese Zellen genetisch verändert und vermehrt, bevor sie dann den PatientInnen wieder als Infusion verabreicht werden. Diese Zellen steuern dann gezielt bösartige Zellen an und beseitigen sie.

    Die FDA sprach sich für eine Zulassung aus, jedoch mit einigen Auflagen: So soll diese Behandlungsform für Kinder ab drei Jahren bis hin zu Erwachsenen von 25 Jahren eingesetzt werden. Die PatientInnen müssen zudem bereits Rückfälle nach etablierten Therapien (wie z.B. Chemotherapie oder Bestrahlung) erlitten haben.

    Die von Novartis eingereichte Studie zeigte vorerst herausragende Ergebnisse: Zwischen April 2015 und August 2015 wurden 63 PatientInnen mit dieser neuartigen Form der Therapie behandelt. Bei 82,5 Prozent (52 PatientInnen) verschwand die Erkrankung, elf der 62 verstarben (aufgrund der Krankheit, nicht der Behandlung). Bis November 2016 gab es elf Rückfälle, 29 sind weiterhin in Remission (nicht vollständig genesen). Elf weitere PatientInnen unterzogen sich zusätzlich anderer Therapien oder haben eine Stammzellentransplantation hinter sich gebracht.

    Aber nicht nur im Kampf gegen Leukämie soll diese Form der Therapie eingesetzt werden:

    Die Akute B-Zell-Leukämie ist nur eine jener Krebserkrankungen, bei denen die CAR-T-Zellen derzeit als neue Therapieform in klinischen Studien erprobt werden. Andere Krebsarten sind bösartige Hirntumore, das Melanom und viele andere Krebsformen. (science.apa.at)


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public DomaingeraltPixabay

  • #196 EU-Projekt für mehr Barrierefreiheit in Museen

    Im Sommer 2016 startete das EU-Projekt „COME-IN!“ – 14 ProjektpartnerInnen aus sechs verschiedenen Ländern Zentraleuropas nehmen daran teil. Ziel ist es, bis 2019 in Museen und Kultureinrichtungen endlich mehr Barrierefreiheit aufweisen zu können. Anfang Juli wurden erste Zwischenergebnisse präsentiert: Bei der ersten Bestandsaufnahme zeigte sich, dass keines der teilnehmenden Museen alle Bereiche der Vorgaben für Barrierefreiheit erfüllen.

    Dabei werden verschiedene Dimensionen von Barrierefreiheit genauer betrachtet:

    • bauliche Barrierefreiheit
    • kommunikative Barrierefreiheit (Einsatz von Gebärdensprache, leichter Sprache und Brailleschrift)
    • soziale Barrierefreiheit (gibt es MitarbeiterInnen mit Behinderung in den Museen?)
    • ökonomische Barrierefreiheit (kann sich wirklich jeder den Museumsbesuch leisten)

    Durch „COME-IN!“ sollen Qualitätskriterien, ein Handbuch und ein Gütesiegel entstehen. Das Gütesiegel soll Museen kennzeichnen, die sich mit Inklusion und Barrierefreiheit beschäftigen und entsprechende Maßnahmen umsetzen.  (bizeps.or.at)

    Barrierefreiheit zieht sich durch die ganze Dienstleistungskette: die Anfahrt zum Museum, den Zugang zum Museum, den Kassabereich, die Garderobe, die Kommunikation mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und natürlich die Ausstellung selbst.

    Auch bei der Präsentation der Zwischenergebnisse im Kunsthistorischen Museum in Wien wird klar, woran es oftmals schon scheitert: RollstuhlfahrerInnen können dort nur über den Lieferanteneingang hinein, weil der Haupteingang nur über Stufen zu erreichen ist.

    Bilder barrierefrei erfahrbar machen

    Wie sollen sehbehinderte oder blinde Menschen Kunstwerke erkennen können? Dazu gibt es auch heute schon Techniken: Die Bilder werden in sogenannte Thermofolien eingestanzt. Stärkere Linien sind für vordergründliche, stark ausgeprägte Details, schwächere Linien für weitere Details im Hintergrund. Von einem Kunstwerk gibt es auch ein 3D-Modell aus Kunststoff.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: © visitBerlin, Foto: Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de