Autor: Dominik

  • #227 Take-Away-Essen ohne Einwegmüll

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    Das Logo von reCIRCLE

    Wenn man sich ein Essen zum Mitnehmen bestellt, bekommt man das in Bechern, in einer Alu- oder Styroporbox oder in einem Karton. Das hält zwar (meist) die Speisen warm, landet dann aber sogleich im Müll. Das Schweizer Unternehmen reCIRCLE möchte dieser Tatsache mit der Einführung von Mehrwegverpackungen entgegentreten.

    Wohlgemerkt: Es geht hier nicht um die Verhinderung von Müll – auch die Mehrwegverpackungen Rebox bestehen aus Kunststoff. Aber PBT (Polybutylenenterephtalat) kann mindestens 100 Mal wiederverwendet werden. Laut der Gründerin Jeannette Morath ist aber der 7. Nutzung die CO2-Bilanz vom Mehrweggeschirr besser als jene vom Einweggeschirr.

    Eine Form der reBOX

    Doch wie soll das funktionieren? Lokale bieten neben dem Einweggeschirr auch die Mehrwegverpackungen an – dafür zahlt man zwar 10 Franken Pfandgebühr, bekommt das aber bei geglückter Rückgabe natürlich auch wieder zurück. Zurückgeben kann man reBOX dann bei allen teilnehmenden Lokalen und Restaurants. In der Schweiz gibt es bislang 70 Restaurants, die meisten davon in Bern – auf einer Karte kann man sich die an reCIRCLE teilnehmenden Unternehmen ansehen. Und auch in Stuttgart, Deutschland hat reCIRCLE schon losgelegt.

    Was reCIRCLE jetzt noch braucht, sind zahlreiche weitere teilnehmende Lokale. Erst dadurch wird es für die KundInnen einfacher, das Mehrweggeschirr zu verwenden – solange sie auch bereit sind, die recht hohe Pfandgebühr zu bezahlen. Wobei das wahrscheinlich auch dazu führt, dass man eher gewillt ist, das Geschirr auch wieder zurückzugeben.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public DomainorcristPixabay

  • #226 Programmierende Mädchen im indischen Slum

    Dharavi zählt mit einer Fläche von über 2 km² und über 1 Million Einwohnern zu den größten Slums Asiens bzw. der Welt. Für die unzähligen Kinder in diesem Slum in Mumbai, Indien, gibt es kaum bis gar keinen Zugang zu Bildung. Vor allem Mädchen wird ein Bildungsweg verwehrt – und genau das möchte Nawneet Rajan verändern. Er hat die Organisation Dharavi Diary gegründet.

    Das Besondere an der Organisation? Dort lernen die Mädchen nicht nur lesen, schreiben und rechnen – sondern auch, wie man programmiert. Und bereits jetzt sind einzelne Apps erschienen, die sich um soziale Probleme im Slum selbst bemühen. So hat die 17-jährige Ansuja Madival die App „Woman Fight Back“ entwickelt, welche Alarm-SMS an die Polizei versendet und Sirenen-Sound simuliert, wenn Frauen in Bedrängnis geraten. Die App von Fauzia Aslam Ansari (16) organisiert die Abholung und Verteilung des kommunalen Wassertanks. Für die Mädchen ist dieser Zugang zur Bildung von großer Bedeutung: Sie entwickeln ein neues Selbstbewusstsein, unterstützen ihre Eltern beim Lesen und Schreiben von Briefen oder führen von Telefonaten – und einige haben nun sogar Mutter-Tochter Workshops veranstaltet, die sich gegen die Tabuisierung von Menstruation gerichtet hat. #PeriodofChange behandelt ein Problem, dass viele junge Frauen vom Unterricht abhält.

    Dharavi Diary unterwegs

    Rajan startete das Projekt im Jahr 2012 mit 15 Mädchen. Er hatte zuvor einen lukrativen Job in San Francisco aufgegeben, um in seinem Herkunftsland zu helfen. Heute werden 200 SchülerInnen unterrichtet – und ja: seit dem Start im Jahr 2012 hat der Organisator die Schule auch für Buben geöffnet. Die überwiegende Mehrheit bleibt aber weiblich. Einige der Schülerinnen erster Generation arbeiten nun jetzt als Mentorinnen – und für Nawneet Rajan ist es schwer, die große Nachfrage zu beantworten – es mangelt an Raum und an LehrerInnen.

    Deshalb möchte er einen richtigen Schulbus starten – eine rollende Schule, die ab August von Ort zu Ort fährt, damit mehr Kinder in Dharavi Bildung erhalten.

    Finanziert wird das ganze Projekt übrigens durch Spenden, die Rajan in den USA sammelt. Ende des Jahres 2016 wurde das Projekt zudem mit dem Google Rise Award ausgezeichnet.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC BY NC SA (2.0)Darrel Ronald, Mumbay – Darhavi Slums, Flickr

  • #225 Die Globalisierung und das Zurückdrängen der Armut

    Bis 1800 wurden weniger als 10 Prozent aller Produkte im weltweiten Markt gehandelt – heute sind es rund 60 Prozent.

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    Der Wert der globalen Exporte / 1913 = 100 (CC BY SA 4.0, Max Roser / Our World in Data)

    Esteban Ortiz-Ospina schreibt auf ourworldindata.org:

    „In just a few generations, globalization completely changed the world economy.“

    Die Frage ist jedoch, ob diese Veränderung in der Weltwirtschaft auch zu einer Verbesserung der Lebensumstände der Bevölkerung geführt hat.

    Raus aus der extremen Armut

    Im Jahr 1820 lebten rund 1,08 Milliarden Menschen auf dieser Welt – nur rund 60 Millionen (5,6 %) gehörten dabei zur Elite, der überwiegende Rest (rund 1,02 Milliarden, 94,4 %) lebte in extremer Armut. Innerhalb der kommenden 100 Jahre hat sich die Weltbevölkerung versiebenfacht: obwohl also sieben Mal mehr Menschen auf dieser Erde leben, hat sich die Zahl jener, die in extremer Armut leben in absoluten Zahlen verringert. Heute sind es rund 750 Millionen bzw. 9,6 %. Die deutliche Mehrheit, 90,4 % oder rund 6,6 Milliarden Menschen, leben heute im „grünen Bereich“, wie die folgende Grafik zeigt:

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    Die in extremer Armut lebende Weltbevölkerung, 1820-2015 (Extreme Armut wird definiert als ein Leben bei einem Verbrauchs- oder Einkommensniveau von unter 1,90 internationalen Dollar pro Tag) (CC BY SA 4.0, Max Roser / Our World in Data)

    Für Ortiz-Ospina ist klar, dass der Prozess der Globalisierung und des damit verbundenen Wachstums der Weltwirtschaft deutlich dazu beigetragen hat, die extreme Armut zu bekämpfen. Er erklärt zwar, dass dieses Wachstum der Weltwirtschaft und die Verringerung der Armut kein Beweis für eine kausale Beziehung sind – aber es soll eindeutig mehr sein als eine zufällige Korrelation: Handel führt dazu, dass die Durchschnittseinkommen steigen. Dabei steigen im Durchschnitt die Einkommen der Ärmsten während der letzten vier Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts eins zu eins mit den durchschnittlichen Nationaleinkommen.

    Gleichzeitig wuchs aber auch die globale Einkommensungleichheit. Das vor allem im Zeitraum zwischen 1800 und 1975, weil dabei Länder, die früher die Industrialisierung erlebten, auch viel früher massiv gewachsen sind. Bei der Berechnung fürs Jahr 2015 haben aber viele der früheren „Verlierer“ bereits wieder aufgeholt.

    Noch stärkere Globalisierung?

    Ortiz-Ospina stellt sich abschließend auch die Frage, ob eine Hyper-Globalisierung (komplett freier Handel ohne öffentliche Handhabe und Regulierung)  schließlich die Lösung für alle Probleme sei. Seine Antwort ist: Nein. Die Globalisierung hätte nicht in dieser Form funktioniert, wenn Regierungen nicht gleichzeitig mehr und mehr begonnen hätten, Ressourcen neu zu verteilen – z.B. durch den Aufbau eines Sozialstaats.

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    Öffentliche Sozialausgaben in OECD-Ländern (in % des BIP) (CC BY SA 4.0, Max Roser / Our World in Data)

    Aber für Ortiz-Ospina steht fest: Hyper-Globalisierung ist der falsche Weg. Hyper-Protektionismus (wie er von einigen Politikern gefordert und betrieben wird) jedoch auch. Vielmehr sieht er die Zukunft der Globalisierung im weiteren Aufbau eines sozialen Sicherheitsnetzes.

    Policies aimed at liberalizing trade, and policies aimed at providing social safety nets, are often advocated by different groups, and it is common for these groups to argue that they are in conflict. But both economic theory and the empirical evidence from the successful fight against extreme poverty suggests this is a mistake: globalization and social policy should be treated as complements rather than substitutes.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, gabrielbeutlerPixabayCC BY SA 4.0, Max Roser / Our World in Data

  • #224 Open House Wien erstmals in Gebärdensprache

    Seit 2014 bietet Open House Wien die Möglichkeit, zahlreiche Gebäude in Wien zu entdecken, zu denen man normalerweise eher schwer Zugang bekommen würde. In diesem Jahr findet die Veranstaltung am 9. und 10. September 2017 in 65 Gebäuden statt. Die Open House-Idee wurde 1992 in London gestartet – 2017 zählt man bereits Städte aus 36 teilnehmenden Ländern.

    Während bereits zahlreiche Gebäude mit einem Rollstuhl zugänglich sind (in der Gebäudeliste sind sie mit einem Rollstuhlpiktogramm gekennzeichnet), gibt es nun erstmals auch Führungen in Gebärdensprache.

    • Samstag, 9. 9., 11 – 12 Uhr: Börsegebäude
    • Samstag, 9. 9.,14 – 15 Uhr: Neue Burg
    • Sonntag, 10. 9., 11 – 12 Uhr: ÖAMTC Zentrale

    Zwar sind das erst 3 von 65 Gebäuden, aber es ist zumindest ein Anfang. Und wie Markus Ladstätter auf bizeps.or.at schreibt: „Andere Gebäude ohne Führung in Österreichischer Gebärdensprache können natürlich auch gerne besucht werden. Es gibt viel zu sehen.“


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: © visitBerlin, Foto: Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de

  • #223 Nepal: Verbannung von menstruierenden Frauen zukünftig unter Strafe

    Auch heute noch gelten Frauen während ihrer Menstruation in verschiedenen Ländern dieser Erde als unrein. Das geht sogar soweit, dass in ländlichen Gebieten Nepals Mädchen und Frauen während der Dauer ihrer Menstruation aus dem Haus verwiesen werden – und im Kuhstall leben müssen. Nun gibt es ein Gesetz dagegen – und das droht jenen, die Frauen verweisen drei Monate Haft und eine Geldstrafe von 3.000 Rupien (etwa 25 Euro). Zwar erst in einem Jahr, wenn es in Kraft tritt, aber immerhin.

    Das Vorgehen, menstruierende Frauen als unrein anzusehen und zu verweisen, nennt sich „Chhaupadi“ und stammt aus dem Hinduismus. 80 Prozent der nepalesischen Bevölkerung gehört dem Hinduismus. Chhaupadi besagt, „dass es der Familie Tod und Zerstörung bringt, wenn eine Frau sich nicht an die Regeln hält – also Menschen, Obst oder Gemüse berührt. Deshalb dürfen sie während ihrer Menstruation nicht am Familienleben teilnehmen.“ (sueddeutsche.de)

    Eigentlich ist dieses Vorgehen seit 2005 nach einem Urteil des Verfassungsgerichts verboten – im Westen wird es aber immer noch praktiziert. Zahlreiche Todesfälle sind auf darauf zurückzuführen, dass Frauen aus ihren Häusern verbannt wurden – z.B. an Schlangenbissen, Unterkühlung oder starken Blutungen.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public DomainnickcoulterPixabay

  • #222 Vitamin B3 verringert Gefahr von Fehlgeburten und Geburtsfehler

    Eine in Australien durchgeführte Studie hat herausgefunden, dass das Vitamin B3 (Niacin) positiv auf den Körper einwirkt, wenn dieser ein Molekül nicht richtig herstellen kann. Dieses Molekül mit dem Namen „Nicotinamidadenindinukleotid“ (NAD) wird dabei erstmals als das grundlegendes Molekül für die gesunde Entwicklung des Fötus im Mutterbuch genannt. Die Folge daraus ist, dass die australischen ForscherInnen des Victor Chang Cardiac Research Institute von großen Auswirkungen sprechen:

    “The ramifications are likely to be huge. This has the potential to significantly reduce the number of miscarriages and birth defects around the world and I do not say those words lightly“ (Forschungsleiterin Dr. Sally Dunwoodie, telegraph.co.uk)

    Die Studie, welche im New England Journal of Medicine erschienen ist, erklärt, dass ein Fehlen/eine Fehlfunktion des Moleküls NAD die Entwicklung des Babys und seiner Organe im Mutterleib zur Folge hat. Dass am Ende einer 12-jährigen Forschung ein altbekanntes Vitamin die Lösung ist, überrascht auch die ForscherInnen.

    Nun wird versucht, einen Test zu erarbeiten, welcher die NAD-Werte misst, um Frauen zu identifizieren, die ein größeres Risiko haben. Außerdem weißt Dunwoodie darauf hin, dass das Vitamin B3 bei den meisten Schwangerschafts-Nahrungsergänzungspräperaten kaum vorkommt – mindestens ein Drittel der schwangeren Frauen wiesen in der Studie im ersten Trimester (Schwangerschaftswoche 1 bis 12) ein niedriges B3-Niveau auf.

    Wo findet man Vitamin B3?

    Vitamin B3 ist in Geflügel, Fleisch, Fisch, in tierischen Innereien (vor allem Leber), Eiern, grünem Gemüse wie Spargel, Brokkoli und Grünkohl, Pilze wie Champignons und Steinpilze, Hülsenfrüchte wie Erbsen und Linsen sowie Getreide- und Vollkornprodukte enthalten. (vitamine.com) Für Australien besonders interessant: auch in ihrem Brotaufstrich Vegemite (ein Hefeextrakt, in Großbritannien als Marmite auf dem Markt, in Deutschland als Vitam-R) findet man recht viel Vitamin B3.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public DomainfreestocksPixabay

  • #221 Zigarettenstummel als Straßenbelag

    Jedes Jahr fallen sechs Billionen Zigarettenstummel an – das ergibt geschätzte 1,2 Millionen Tonnen. Und viele davon werden einfach achtlos weggeschmissen, was dazu führt, dass durch äußere Einflüsse Chemikalien aus ihnen freigesetzt werden. Ein australisches Forschungsteam hat nun eine Idee, wie man diesen Müll in etwas Sinnvolles umwandeln kann.

    Sie haben Zigarettenstummel mit Bitumen und Paraffin vermischt. Dadurch werden einerseits die Chemikalien eingekapselt und können dadurch nicht mehr entweichen, andererseits ist diese Mischung ein leichter, aber stabiler Straßenbelag. Außerdem weist dieser Straßenbelag einen großen Vorteil auf: wie Journalistin Jenny Rieger in den Wissensnachrichten auf Deutschlandfunk Nova erklärt, ist der Belag durch die Stummel poröser als andere ähnliche Beläge – dadurch würden sich Straßen nicht so erhitzen wie mit Asphalt. Der Hitzeeffekt in Städten könnte damit also stark zurückgedrängt werden.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public DomainPublicDomainPicturesPixabay

  • #220 Wenn aus Treibhausgas Treibstoff wird

    CO2, also Kohlendioxid, gilt als Hauptursache für den Klimawandel. Eine internationale Forschungsgruppe unter der Federführung der Johannes Kepler Universität Linz hat nun eine Methode vorgestellt, wie man das Treibhausgas in Treibstoff effizient umwandeln kann.

    Weltweit suchen ForscherInnen aktuell nach geeigneten Materialien, die Kohlendioxid effizient mit Hilfe elektrischer Energie in Treibstoffe umwandelt. Bislang gelang dies mit Edelmetallen – welche für den Großeinsatz jedoch zu teuer und auch gar nicht in ausreichender Menge vorhanden wären. Das Forschungsteam arbeitet deshalb mit einem synthetischen Polymer („Ein Polymer ist ein chemischer Stoff, der aus Makromolekülen besteht.“, de.wikipedia.org). Als natürliche Vorlage für das synthetische Polymer dienten Melanine, die für die Färbung von Haut, Haaren, Augen usw. in unserem Körper vorhanden sind.

    In einem mehrstündigen Testbetrieb konnte man in Linz Kohlendioxid in Ameisensäure (CH2O2) und Kohlenmonoxid umwandeln, weleche beide als Treibstoff verwendet werden könnten.

    Die Umwandlung von elektrischer in chemische Energie erfolgte dabei mit einer Effizienz, die sonst nur mit Katalysatoren auf Basis von Metallen erreicht werden kann. (Tobias Prietzel, jku.at)


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public DomainPixourcePixabay

  • #219 Rotterdam: Konzept für Windrad und Hotel in einem

    Ein niederländisches Konsortium hat ein multifunktionales Gebäude entwickelt: das „Dutch Windwheel“ ist einerseits ein Hotel, andererseits ein Windrad ohne Rotorblätter. Und geht es nach der Gruppe, soll es bei seiner Fertigstellung 2025 eines der drei höchsten Gebäude in ganz Rotterdam sein.

    So soll das Windradhotel von innen aussehen

    Aktuell gibt es das Gebäude freilich nur auf dem Papier. Doch das runder Gebäude soll im Hafen von Rotterdam entstehen und ungefähr 174 Meter hoch sein – und legt dabei großen Wert auf Nachhaltigkeit:

    • die Fassade soll mit Solarmodulen ausgestattet sein (30.000 Quadratmeter)
    • Regenwasser soll aufgefangen und damit Pflanzen versorgen
    • Materialien und Technologien der Außenhülle sollen für passive Kühlung bzw. Erwärmung sowie für Luftzirkulation sorgen.

    Das Windrad funktioniert ohne jegliche bewegliche Teile – im enorm Magazin wird dies so beschrieben: „Dabei wird Strom grob gesagt dadurch erzeugt, dass Wasserdampf elektrostatisch aufgeladen wird und der Wind die geladenen Teilchen dann innerhalb des elektrischen Feldes bewegt.“ Die Technik nennt sich Ewicon-System – ein erster Prototyp steht dabei übrigens seit 2013 an der Technischen Universität Delft. Ob die Vergrößerung der Anlage dann schließlich überhaupt funktioniert, wissen selbst die Projektinitatoren nicht.

    Ewicon-Prototyp an der Technischen Universität Delft

    Nachdem das Projekt 2015 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde, hat man nun das überarbeitete Design und die unterstützenden Partner vorgestellt. So gehören zu den öffentlichen Unterstützern u.a. die Gemeinde Rotterdam und das Wirtschafts- und das Infrastrukturministerium.

    Das Konsortium bewirbt das 300-500 Millionen Euro-Projekt natürlich außerordentlich. Denn, so erklären sie, durch die Bauweise und die Lage direkt am Hafen soll das Windradhotel einen entscheidenden Schub für den Tourismus bringen – und gar ein neues Wahrzeichen der Stadt werden.

    Sollte das Projekt in Rotterdam nicht umgesetzt werden, stehen schon andere Städte Schlange. New York, Miami, Las Vegas, Dubai und Macao haben bereits Interesse bekundet.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: Pressefotos von Dutch Windwheel und mecanoo.nl

  • #218 Masernfälle durch weltweite Impfabdeckung minimiert

    Im Jahr 1980 waren erst 17 % der Weltbevölkerung gegen Masern geimpft  – damals zählte man noch 944,6 Fälle pro einer Million Einwohner. Fünfundzwanzig Jahre später, im Jahr 2015, liegt die Impfabdeckung bei 85 % (übrigens ebenso 2016). Und statt 944,6 Fällen zählt man aktuell nur mehr 28,45 Fälle pro einer Million.

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    Abbildung 1: Auf der Y-Achse (senkrecht) sieht man die Masernfälle pro 1.000.000 Menschen, auf der X-Achse die Masern-Impfabdeckung. (Quelle: Our World in Data, CC BY SA 4.0)

    1980 schätzte man weltweit 2,6 Millionen Tote durch Masern pro Jahr. Die Krankheit bleibt eine der führenden Todesursachen bei jungen Kindern weltweit, trotz der Verfügbarkeit eines sicheren und wirksamen Impfstoffs – 2000 waren es noch 641.600, 2015 schließlich noch 134.200 Menschen – zumeist Kinder unter 5 Jahren. Und doch bedeutet das, dass allein zwischen 2000 und 2015 durch Impfungen die Todesfälle durch Masern um 79 Prozent gesenkt werden konnten. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass der Impfstoff seit 2000 geschätzte 20,3 Millionen Todesfälle verhindern konnte.

    Auf der Landkarte (auf Basis der Zahlen der WHO und UNICEF) ist erkennbar, dass gerade Entwicklungsländer noch Aufholbedarf haben: Doch es ist schon beeindruckend, wie es sich in vielen Länder in Afrika, Asien und Südamerika bereits entwickelt hat. Ebenso ein Mitgrund sind die zum Teil schrumpfenden Impfzahlen durch sogenannte Impfgegner – sie gefährden dabei nicht nur ihr eigenes Kind, sondern auch noch nicht geimpfte, fremde Kleinkinder.

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    Abbildung 2: Die Masern-Immunisierung durch Impfungen (Prozentzahl der Kinder zwischen 12 -23 Monaten) (Quelle: WHO & UNICEF)

    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC BY (2.0), dirkvorderstrasse, „Impfen“, Flickr