Autor: Dominik

  • #127 Büstenhalter kann Brustkrebs entdecken

    Julian Rios Cantu, ein 18jähriger Mexikaner, hat einen Büstenhalter entwickelt und patentieren lassen, welche bereits frühe Anzeichen von Brustkrebs erkennen kann. Innerhalb des BHs befinden sich Biosensoren, welche die Temperatur, das Gewebe, die Durchblutung und die Färbung der Brust messen und erkennen. Dafür müssen Frauen den BH nur ein bis zwei Mal pro Woche tragen – die vom BH erhobenen Daten werden dann mittels Bluetooth an eine App übertragen, welche bei auffälligen Veränderungen Alarm schlägt.

    Der Grund, warum sich Cantu mit diesem Thema beschäftigt hat, hat persönliche Gründe: Bei seiner eigenen Mutter wurde vor zwei Jahren durch eine Mammographie Brustkrebs diagnostiziert. Zuerst dachten die DoktorInnen, dass es sich um einen gutartigen Tumor handelte – die Knoten waren jedoch bösartig. Deshalb musste sich seine Mutter einer Mastektomie unterziehen.

    Entwickelt hat er den BH mit seinen Freunden und gründete eine Firma. Der Prototyp ist zwar noch in den frühen Teststadien, das Ziel ist jedoch, den BH ab Dezember 2018 in den Handel zu bringen.

    https://www.youtube.com/watch?v=jM5-xGsW4N8


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, waldryano, Pixabay

  • #126 London: Hilfreicher Button für Menschen mit unsichtbaren Behinderungen

    Ende April startete „Transport of London“ (die Dachorganisation, die das Verkehrssystem in London organisiert) mit „Please offer me a seat“-Buttons: Ziel ist es, dass Menschen mit unsichtbaren Behinderungen damit einfacher einen Platz angeboten bekommen, ohne umständlich (und öffentlich) erklären zu müssen, warum sie einen Platz benötigen.

    34257028316_43206a5cf5_o.jpgBereits vergangenen Herbst hatte diese Aktion einen Testlauf – damals erklärten 72 Prozent der TeilnehmerInnen, dass sich ihre Wege in den Öffis Londons durch den Button erleichterten.

    James McNaught, ein Teilnehmer, ist begeistert:

    “This is a brilliant scheme and I am very glad that it is being introduced by the Mayor. The anxiousness of needing a seat but being unsure whether you will get one can rob people of the confidence to use public transport, and this simple initiative will make a huge difference to the lives of many people.” (positive.news)

    In London stehen sie offenbar auf Buttons: So gibt es schon einen „Baby on board!“-Button für Schwangere, McNaught, ein Krebspatient, hat im März 2016 schließlich auch einen „Cancer on board“-Button ausgegeben.

    Auch der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan ist überzeugt, dass die Buttons gut ankommen und angenommen werden:

    “These blue badges will make a real difference to passengers who need a seat but just haven’t felt confident enough to ask for one,” said Sadiq Khan, mayor of London. “I’ve no doubt they’ll soon become as recognisable across the capital as our popular ‘Baby on Board’ badges.” (positive.news)


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: © Transport for London, Flickr, Titelbild, Bild 1

  • #125 Mobbing an US-Schulen geht zurück

    Vor allem im letzten Jahrzehnt hat das Thema Mobbing (oder „Bullying“) große mediale Aufmerksamkeit erhalten – viele Menschen denken deshalb, dass dieses Problem weiter wächst.

    ForscherInnen haben in einer groß angelegten Studie 246.306 Schülerinnen und Schüler (zwischen 9-10 und 17-18 Jahre alt) aus 109 Schulen in Maryland, USA über 10 Jahre (2005-2014) begleitet. Sie wollten sich dabei ansehen, wie sich das Mobbing entwickelt, vor allem auch, nachdem die einzelnen Bundesstaaten allesamt Aktionen dagegen gestartet haben. Sie definieren Mobbing auf die gleiche Weise wie die U.S. Centers for Disease Control and Prevention: Diese Definition beinhaltet „Bedrohung, Hänseln, Beschimpfen, Ignorieren, das Verbreiten von Gerüchten, das Senden verletzender E-Mails oder Textnachrichten und jemanden mit Absicht auszuschließen“.

    Auch wenn diese Studie keine Erklärung liefert, warum es eine Veränderung im Verhalten der SchülerInnen gab, so zeigt sie doch deutlich, dass sich die Verhaltensweise geändert hat: Über den Zeitraum von 10 Jahren ging Mobbing zurück, wobei die größten Verbesserungen des Schulklimas und die stärkste Verringerung des Mobbings in den jüngeren Jahren passierte.

    Roughly 80 percent of surveyed students reported feeling safe in their school environments. Feelings of safety increased over the course of the ten-year study. More than a quarter of students who participated in the study reported being the victim of bullying within the past month, and more than half of students reported witnessing an instance of bullying.

    But the study showed rates of bullying declined during the decade-long study. Another encouraging sign: The largest decreases in bullying were measured in the final years of the study. (upi.com)

    Catherine P.  Bradshaw von der University of Virginia in Charlottesville betont aber, dass die Ergebnisse ihre Studie kein Grund ist, zufrieden zu sein: Mobbing existiert auch heute noch, ist ein Problem und sollte nicht vernachlässigt werden. „We want to build momentum and not lose any traction“, erklärt sie und meint damit, dass jetzt nicht vom Gas runtergehen sollte, nur weil erste Erfolge sichtbar sind. Aber ein deutlicher Fortschritt ist es allemal.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, WokandaPix, Pixabay

  • #124 Indien: Ab 2030 ausschließlich Verkauf von Elektroautos

    Im Indien, dem zweitbevölkerungsreichsten Land der Welt, ist in den vergangenen Jahren der Bestand an Kraftfahrzeugen stark angestiegen. Waren es 2008 noch rund 14,5 Millionen Fahrzeuge, zählte man 2011 erstmals knapp über 20 Millionen, 2014 lag man schließlich schon bei rund 28 Millionen Fahrzeugen.

    Der indische Energieminister Piyush Goyal hat nun angekündigt, dass ab dem Jahr 2030 jedes verkaufte Auto mit Strom betrieben werden soll: „We are going to make electric vehicles self-sufficient… The idea is that by 2030, not a single petrol or diesel car should be sold in the country.“

    Der Minister geht davon aus, dass die Autoindustrie zwischen zwei und drei Jahren Unterstützung durch die Regierung benötigt, er erwartet aber, dass danach die Fahrzeuge von der Nachfrage und nicht von Subventionen getrieben werden.

    Jährlich sterben, laut einem Report von Greenpeace mit dem düsteren Namen „Airpocalypse„, in Indien 2,3 Millionen Menschen durch die Luftverschmutzung. KritikerInnen werfen der nationalistischen Regierung Indiens jedoch vor, diesen Schritt nicht aus Umweltschutz zu wagen, sondern aus einer rein protektionistischen Haltung, um den Erdölgebrauch (welches aus dem Ausland importiert werden muss) stark einzuschränken. Außerdem wird bezweifelt, dass in dem Land ein so rascher Umstieg innerhalb von dreizehn Jahren überhaupt möglich ist.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Unsplash, Pixabay

  • #123 Leistbarere Bildung durch Open-Source-Lehrbücher

    atlas_H13g02mCl@2x
    Die ansteigenden Kosten für Hochschulbildung in den USA von 2006 bis 2016. Aus: qz.com, erstellt von Keith Collins in Atlas, Quelle der Daten: Bureau of Labor Statistics

    Neben den in den USA teilweise horrenden Studiengebühren müssen Studierende oftmals noch Kosten für zahlreiches Lehrmaterial übernehmen. Allein in den vergangenen zehn Jahren stiegen die Kosten für Lehrbücher um 88 % an (Kosten für Studiengebühren um 63 % und für die Unterkunft um 50 %) – seit 1978 sind die Kosten von Unterrichtsmaterialen sogar um 812 % gestiegen. In den USA gibt einE StudentIn durchschnittlich 1.200 Dollar pro Jahr für Lehrmaterialien aus.

    In zwei Bundesstaaten in den Vereinigten Staaten von Amerika möchte man nun mit einem neuen Weg eine Entlastung für Studierende ermöglichen: Durch die Einführung von Open-Source-Lehrbücher.

    Das University System of Maryland (ein Verbund staatliche Universitäten in dem Bundesland mit rund 130.000 Studierenden) fördert deshalb Fakultäten in sieben Community Colleges und fünf öffentlichen Vier-Jahres-Colleges, welche bis Herbst 2017 offene Bildungsressourcen nutzen, anpassen und skalieren. Durch Mini-Zuwendungen von 500 bis 2.500 Dollar werden die Fakultäten bzw. die einzelnen MitarbeiterInnen dazu angeregt – die Folgen für die Studierenden sind aber groß: Man erwartet, dass sich 8.000 Studierende allein im Herbstsemester 2017 1,3 Millionen Dollar ersparen.

    Auch die Regierung des Bundesstaates New York hat nun ein Budget beschlossen, dass Vorteile für Studierende bietet: So sollen Studierende, deren Familien weniger als 125.000 Dollar verdienen, keine Studiengebühren mehr bezahlen müssen – zudem werden aber auch 8 Millionen Dollar in Open-Source-Unterrichtsmaterialen für das kommende Fiskaljahr eingeplant. Durch diese Investitionen sollen offene Bildungsressourcen für die beiden Hochschulverbunde SUNY (State University of New York mit rund 450.000 Studierenden) und CUNY (City University of New York mit rund 480.000 Studierenden) ermöglichen.

    Dieser Trend scheint sich auch weiter fortzusetzen: Einige andere Staaten überlegen ebenso Investitionen in Open-Source-Materialien. Eine Vorreiterin in diesem Feld war das Massachusetts Institute of Technology, welche bereits 2001 begann, ihre Kursmaterialen der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung zu stellen und sie mit Creative Commons zu lizenzieren.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, 2509chris, Pixabay

  • #122 Erstes Crowdfunding-Krankenhaus in Aleppo eröffnet

    Syrien befindet sich seit sechs Jahren in einem fürchterlichen Bürgerkrieg. Deshalb ist es sehr schwer, positive Geschichten aus dem Land zu berichten. Doch der Einsatz von zahlreichen Menschen hat dafür gesorgt, dass das Leben und vor allem die gesundheitliche Betreuung für einen Teil der Bevölkerung besser wird.

    Ende des vergangenen Jahres startete eine Crowdfunding-Kampagne namens „People’s Convoy“. Innerhalb von nur zwei Wochen sammelte man dabei Spenden von 246.505 Britischen Pfund (rund 290.000 Euro) und erreichte damit 270 % des selbstgesteckten Ziels. Mit dem Geld wollte man ein Krankenhaus wiederaufbauen – dank der zahlreichen Spenden von rund 4.800 Menschen wurden aber zugleich die laufenden Kosten von sechs Monaten gedeckt.

    Das Krankenhaus wurde damit bereits zum siebten Mal wieder aufgebaut, nachdem es zuvor bereits sechsmal durch Bomben zerstört wurde. Aus dem „Children’s Hospital“ wurde nun das „Hope Hospital“, betrieben von der „Independent Doctors Association“ (IDA), einer Organisation, welche es sich zur Aufgabe gemacht hat, ein Standardlevel im Bereich Gesundheit und sozialem Wohlbefinden herzustellen und zu erhalten.

    Zwischen Jarablus, Azaz und Menbij befindet sich das „Hope Hospital“ und bietet damit Hilfe für rund 60.000 Menschen in diesem ländlichen Raum rund um Aleppo. Am 5. April feierte es feierliche Eröffnung:

    https://www.facebook.com/ida4all/videos/1647251812249297

     

    Dr. Hallam von der Independent Doctors Association erklärt, was der Einsatz aus Großbritannien für sie in Syrien bedeutet hat:

    After evacuating from Aleppo our hearts ached, because we had been building the Children’s Hospital in Aleppo for two years and then lost everything. There was something in my heart that said we would have to give up and not work inside a children’s hospital again.

    After we saw the People’s Convoy, something rebuilt within ourselves. The hope returned to me when I realised that there are people thinking about us and supporting us. It means all the people in the world aim to save children lives wherever they are and whoever they are. It means the world knew what we were doing inside Aleppo: serving the children, the civilians. So we began working hard to build the new children’s hospital (Hope Hospital). For us, it represents a new place where we can work and still imagine ourselves back in Aleppo. (goodnewsshared.com)

    Das gesamte in der Crowdfunding gesammelte Geld kam dem Wiederaufbau und der Ausstattung des Krankenhauses zugute. Selbst die Kosten für den organisierten Convoy wurden nicht damit bezahlt.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, DarkoStojanovic, Pixabay

  • #121 Säuregrad der Atmosphäre (fast) auf dem Niveau der vorindustriellen Zeit

    Grönland bietet für die Menschen und vor allem für interessierte ForscherInnen ein einzigartiges Archiv der klimatischen und atmosphärischen Entwicklung unseres Planeten. Denn dort fällt regelmäßig Schnee vom Himmel, schmilzt an manchen Stellen jedoch nie (bzw. beginnt es auch dort durch die Erderwärmung zu schmelzen). Somit ist es möglich, durch kilometertiefe Bohrungen bis zu 100.000 Jahren zurückzublicken. Doch auf eine solch große Zeitreise wollten sich ForscherInnen des Niels Bohr Institute der Universität von Kopenhagen (Dänemark) nicht machen – sie interessierten sich für den Zeitraum der vergangenen einhundert Jahre.

    Sie untersuchten dabei das Eis auf den Säuregehalt in der Atmosphäre – und dabei erkannten sie, dass dieser in den vergangenen Jahren stark gesunken ist. Von 1930 weg, einem wichtigen Zeitpunkt der industriellen Revolution stieg er an, bis es in den Sechziger-, Siebziger- und Achtzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts ihren Höhepunkt erreichte.

    forGertie-1280.jpg
    Die Entwicklung des atmosphärischen Säuregrads (Am Anfang der y-Achse ist ungefähr 2005, am Ende 1900) Fotoquelle: Helle Astrid Kjær, NBI

    Der Rückgang hat vor allem einen Grund: In den Siebzigern wurden in den Vereinigten Staaten von Amerika und Europa Gesetze verabschiedet, welche die Wiederherstellung, Sicherung und den Schutz der Luftqualität zum Ziel hatte. Dabei wurden Firmen verpflichtet, Filter in ihre Schlote einzubauen, um weniger Gift in die Atmosphäre zu blasen.

    Ein hoher Säuregrad kann mehrere Gründe haben: Einerseits durch den Ausstoß bei großen Vulkanausbrüchen, großen Waldbränden und durch die Industrie (und den menschlichen Energieverbrauch). In ihrer Berechnung gelang es, Vulkanausbrüche und Waldbrände herauszurechnen – ihre Ergebnisse beziehen sich also einzig auf die menschgemachte Verschmutzung der Atmosphäre.

    Die Untersuchung des Niels Bohr Insituts zeigt auf, wie politische Initiativen eine nachhaltige und wichtige Veränderung herbeiführen können. Die Übersäuerung der Meere, saurer Regen und das sagenumwobene Waldsterben wurde damit zumindest eingedämmt.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Tarabiscuite, Pixabay

  • #120 Junge Bibliothekarin bringt Bücher und Leselust in ihr Slum

    Muskaan Ahirwar ist die Bibliothekarin der „Bal Pustakalaya“ (Hindi für „Kinderbibliothek“). Ihren Sitz hat die Bibliothek in den Slums der indischen Stadt Bhopal – und jeden Tag, nachdem Muskaan von der Schule nach Hause kommt, setzt sie sich für eine Stunde in ihre Bibliothek und liest den regelmäßig zahlreich erscheinenden Kindern (zwischen 25 und 50 pro Tag) aus einem der Bücher vor.

    Die heute zehnjährige Ahirwar wurde von einem Team des „State Education Board“ sozusagen entdeckt: Als der Ausschuss 25 Bücher an in den Slums wohnende Kinder ausgegeben hat und danach mit Quiz mehr über die Bildung der Kinder erfahren wollte, stach Muskaan hervor – und so gab man ihr die Verantwortung, ihr Wissen weiter zu streuen und den Kindern etwas beizubringen. Keine leichte Aufgabe für ein neunjähriges Kind. Doch Muskaan akzeptierte freudig und wurde damit zur jüngsten Bibliothekarin der Welt.

    Anfang 2016 begann sie mit 25 Büchern, Ende Oktober 2016 zählte sie bereits 700 – alles Spenden aus Indien, aber auch den USA und aus Australien.

    Muskaans Vater ist Zimmermann, ihre Mutter Hausfrau – sie sind stolz auf ihre beiden Töchter, denn neben Muskaan arbeitet auch ihre ältere Schwester Neha manchmal in de Bibliothek. Muskaans Ziel ist es, irgendwann zu studieren und Ärztin zu werden – für die Kinder im Slum ist sie deshalb nicht nur Vorleserin, sondern auch ein großes Vorbild.

    2016 wurde Muskaan mit dem „Thought Leader“-Award vom „National Institution for Transforming India (NITI Aayog) ausgezeichnet – und auch hier ist sie die bislang jüngste Preisträgerin.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Pexels, Pixabay

  • #119 „Zeckenzement“ als biologischer Klebstoff für menschliches Gewebe möglich

    Sie saugen Blut und übertragen Krankheiten: Zecken werden nur sehr ungern auf der menschlichen Haut gesehen. Denn haben sie sich erst einmal verbissen, kann man sie nur sehr schwer und mit viel Fingerspitzengefühl entfernen. Grund dafür ist ihre natürliche (zementartige) Klebesubstanz, welche deshalb auch als „Zeckenzement“ bezeichnet  wird.

    Sylvia Nürnberger von der Universitätsklinik für Unfallchirurgie auf der Medizinischen Universität Wien führt gemeinsam mit Martina Marchetti-Deschmann von der Technischen Universität Wien ein Forschungsprojekt durch, um herauszufinden, wie dieser Zecken-Zement als biologischer Klebestoff auch für menschliches Gewebe dienen kann.

    Aktuell in der Medizin eingesetzte Gewebekleber haben oftmals eine schädliche Wirkung, wie zum Beispiel Reaktionen oder Verhärtungen des Gewebes. Deshalb sucht man nach biologischen Alternativen, nur sind die bislang kaum vorhanden. Fibrin, die bekannteste Alternative, „ist zwar sehr biokompatibel, wirkt blutstillend und geweberegenerierend, klebt aber leider nicht sehr stark“, so die Projektleiterin. Und genau da soll der Zeckenzement behilflich sein.

    Wenn schließlich ein biologischer Kleber nach dem Vorbild Zeckenzement eingesetzt wird (es wird nicht der ganze Zement chemisch nachgebaut, sondern nur jene Substanz mit den Klebeeigenschaften), könnten damit nicht nur Hautverletzungen oder Knorpel geklebt werden. Auch nicht-belastete Knochenteile können bis zu einem gewissen Grad metallfrei verankert werden. Für die Forschungsarbeit werden 300 einheimische Zecken herangezogen. Zudem werden bei einem Forschungsaufenthalt in Südafrika dort ansässige Riesenzecken untersucht.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Meli1670, Pixabay

  • #118 Start-Up will „Foodsharing“ professionalisieren

    „Foodsharing“ ist vor allem in den vergangenen Jahren ein großes Thema geworden – auch offene Kühlschränke breiten sich weiter aus.  Das Start-Up „SirPlus“ möchte das Retten von Lebensmitteln (bevor sie von Unternehmen vernichtet werden) weiter verstärken. Und dahinter stecken Raphael Fellmer, Martin Schott und Alexander Piutti. 2013 hat Fellmer Foodsharing.de gestartet, einer Intiative, die aktuell rund 26.900 Ehrenamtliche zur Lebensmittelrettung umfasst.

    Die Idee von Foodsharing stößt mancherorts an Grenzen: Vor allem die Zeit der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen ist kostbar. So wird oftmals nach einem Arbeitstag Zeit investiert um noch Lebensmittel zu „retten“ und abzuliefern/neu zu verteilen.

    Die drei Männer von SirPlus wollen es aber systemtischer angehen: Mit moderner Logistik-Software, Infrastruktur und einem Geschäftsmodell.

    Mit der Software wollen die SirPlus-Gründer möglichst alle Schritte erfassen, an denen Lebensmittel-Überschüsse entstehen: von der Überproduktion bei Bauern, über das Aussortieren von Gemüse, das nicht dem Schönheitsideal entspricht, Fracht von LKWs, die aufgrund von Verspätungen nicht mehr angenommen wurde, bis zu Produkten im Supermarkt, die das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben oder schon vorsorglich aussortiert wurden.

    Diese Überschüsse sollen dann auf einem „digitalen Marktplatz“ registriert und an Abnehmer und Enkunden weitervermittelt werden. Gemeinnützige Organisationen wie Foodsharing oder die Tafeln sollen die Software kostenlos nutzen dürfen. (enorm-magazin.de)

    Im Sommer soll es einen Flagship-Store und einen Online-Shop geben. Nun sammeln die Männer von SirPlus  auf Startnext Geld via Crowdfunding. Das Ziel sind 50.000 Euro, 80 Prozent wurden bereits nach zehn Tagen erreicht.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, PIRO4D, Pixabay