Autor: Dominik

  • #147 Das mögliche Ende der Zirkustiere in den USA

    200 Großkatzen, Bären, Kamele und Elefanten sind in den Vereinigten Staaten unterwegs – als Attraktionen der Wanderzirkusse. Eine Gruppe Abgeordneter von beiden großen US-Parteien hat im März nun ein neues Gesetz, des „Traveling Exotic Animal and Public Safety Protection Act“ (oder kurz und eingängig: TEAPSPA) vorgestellt. Dieses Gesetz würde das Ende der dressierten Tier in den 19 Zirkussen der USA bedeuten.

    USA ist nicht das erste Land, das ein solches Verbot andenkt: In 34 weiteren Staaten der Welt gibt es bislang ein Verbot. Zugleich gibt es bereits in einigen Städte und Bundesstaaten der USA, in denen Zirkusse mit Tieren verboten sind.

    “Wild animals, even if they’re born in captivity, retain all their natural instincts, which are completely thwarted when they are trapped in small cages and shuttled from city to city in trucks and trailers,” [Übersetzung: „Wilde Tiere, auch wenn sie in Gefangenschaft geboren wurden, behalten alle ihre natürlichen Instinkte, die völlig vereitelt werden, wenn sie in kleinen Käfigen gefangen sind und von Stadt zu Stadt in Lastwagen und Anhänger transportiert werden], says Wayne Pacelle, president and CEO of the Humane Society of the United States. (news.nationalgeographic.com)

    Wie der Bericht im National Geographic erklärt, müssen Tiere, die derart zahm und dressiert sind, früh „gebrochen“ werden.

    “A hundred years or so ago, when we were ignorant about the intelligence and emotions and ability of a species to communicate, we might have had the excuse of our own ignorance that we treated these animals so badly,” says Jan Creamer, founder of Animal Defenders International and an advocate for TEAPSPA. “But we simply don’t have that excuse any longer. Wild animals in circuses don’t belong in an advanced, civilized society.” [Übersetzung: „Vor hundert Jahren, als wir über die Intelligenz und die Emotionen und die Fähigkeit einer Spezies, sich zu verständigen, unwissend waren, hätten wir vielleicht die Entschuldigung unserer eigenen Unwissenheit gehabt, dass wir diese Tiere so schlecht behandelt haben“, (…), „Aber wir haben einfach keine Entschuldigung mehr. Wilde Tiere im Zirkus gehören nicht in eine fortgeschrittene, zivilisierte Gesellschaft. „] (news.nationalgeographic.com)

    In Österreich ist „Haltung oder Mitwirkung von Wildtieren wie Löwen, Elefanten, Tiger und anderen Wildtieren in Zirkussen ist in Österreich seit 1.1.2005 durch das Tierschutzgesetz verboten“ (bmgf.gv.at). In der Schweiz gibt es kein Verbot, aber eine Initiative, die sich dagegen ausspricht und bislang 50.000 Unterschriften gesammelt hat (keine-wildtiere-im-zirkus.ch). In Deutschland werden Initiativen zur Einschränkung bzw. zum Verbot von Wildtieren im Zirkus bislang abgeschmettert (bmt-tierschutz.de)


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    Bildquelle: CC0 Public Domain, Unsplash, Pixabay

  • #146 Mit gebündelter Kraft Kinder zum Programmieren motivieren

    Die beiden gemeinnützigen Organisationen Raspberry Pi Foundation und CoderDojo haben sich nun zusammengeschlossen. Um zu verstehen, warum das eine gute Sache ist, müssen diese Organisationen vermutlich erstmal vorgestellt werden:

    Raspberry Pi Foundation

    Die Raspberry Pi Foundation brachte 2012 den Einplatinencomputer Raspberry Pi (sichtbar im Artikelbild) auf den Markt. Ziel war es, einen mehr als leistbaren, einfachen Computer zu verkaufen, auf dem junge Menschen beginnen, einerseits zu basteln und andererseits zu programmieren. Mit einem Startpreis von 5 bis 35 Dollar (je nach Modell) verkaufte sich der Raspberry Pi (in allen Modellen) bis Februar 2017 12 Millionen Mal.

    Große Unternehmen wie Google oder VMWare haben tausende solche Raspberry Pis an Kinder auf der ganzen Welt gesponsert, um „the next generation of computer scientists“ zu inspirieren.

    CoderDojo

    Diese gemeinnützige Organisation wurde 2011 in Irland gegründet. Seither sind weltweit Programmierclubs für Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 7 und 17 Jahren entstanden, geführt von Freiwilligen. Aktuell organisieren sie 1.250 Workshops in insgesamt 69 Ländern der Welt. Bei diesen Workshops wurden mehr als 35.000 TeilnehmerInnen gezählt.

    Der Zusammenschluss

    Nun bündeln die beiden Organisationen ihre Kräfte, wobei sie trotz des sogenannten Zusammenschlusses als eigenständige Organisationen bestehen bleiben. Bis 2020 möchte man die von Coderdojo angebotenen Workshops vervierfachen. Bereits 2015 hat sich die Raspberry Pi Foundation mit der Organisation Code Club zusammengeschlossen. Auch das Code Club Netzwerk bietet Programmierclubs für Kinder zwischen 9 und 13 Jahren an – diese werden wöchentlich von 150.000 Kindern besucht.

    How will this work in practice? The two organisations will work together to advance our shared goals, using our respective assets and capabilities to get many more adults and young people involved in the CoderDojo movement. The Raspberry Pi Foundation will also provide practical, financial, and back-office support to the CoderDojo Foundation. (raspberrypi.org)


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    Bildquelle: CC0 Public Domain, BenjaminNelan, Pixabay

  • #145 Taiwans Verfassungsgericht ebnet Weg in Richtung Ehe für alle

    jcc2017
    Die Richterinnen und Richter des Judicial Yuan (Fotoquelle: judicial.gov.tw)

    Das Verfassungsgericht von Taiwan (mit dem Namen „Judicial Yuan“) hat in einer historischen Entscheidung entschieden, dass die aktuellen Gesetze (Artikel 972: „An agreement to marry shall be made by the male and the female parties in their own [con]cord.„), welche bislang die gleichgeschlechtliche Ehe nicht anerkennt, für verfassungswidrig erklärt werden.

    Nun hat man Regierung und Parlament angewiesen, die Gesetzgebung zu überarbeiten und binnen zwei Jahren ein neues Gesetz zu erlassen. Sollte es die Regierung nicht schaffen, ein neues Gesetz vor Ablauf der zwei Jahre umzusetzen, so soll es für homosexuelle Paare dann auch ohne Gesetzesänderung möglich sein, zu heiraten. Nur zwei Richter haben sich gegen dieses Urteil ausgesprochen.

    The court, known as the Judicial Yuan, said current marriage laws were „in violation of both the people’s freedom of marriage … and the people’s right to equality“, and it gave two years for legal amendments to allow same-sex marriage. (reuters.com)

    Damit könnte Taiwan das erste asiatische Land überhaupt werde, in welchem die Ehe für alle gilt. Insgesamt 23 Staaten haben bislang die gleichgeschlechtliche Ehe mit der Ehe zwischen Mann und Frau gleichgestellt.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, chiguy66, Pixabay

  • #144 Abgestorbenes Seegras als Dämmung

    Abgebrochenes Seegras landet meistens am Strand rum, sieht aus wie Heu und noch dazu stinkt es, wenn es nass ist. Nicht gerade die besten Merkmale, um bei BetreuerInnen der Strände für Freudentänze zu sorgen. Deshalb versucht man das Seegras so rasch wie möglich vom Strand wegzuschaffen und zu entsorgen.

    Doch das tote Pflanzenmaterial kann nicht nur so am Strand rumliegen – es kann auch richtig gut Dämmen: Wie das Magazin enorm erklärt, hat es nicht nur gute Isoliereigenschaften, sondern auch eine „bessere Ökobilanz, da es fast unverarbeitet verbaut wird. Zudem ist es resistent gegen Schimmel und Ungeziefer“.

    Durch Zufall stieß der Architekt Richard Meier im Spanienurlaub 2006 auf das Seegras, nahm etwas davon mit nach Deutschland und ließ es vom Frauenhofer-Institut überprüfen. „Das Ergebnis bestand darin, dass dieses Material durch seine silikathaltige Struktur gute Wärmespeicherfähigkeiten aufweist, relativ schwer entflammbar sowie gegen Feuchtigkeit und Schimmel resistent ist“ (hausjournal.net). Ein Jahr später, im Jahr 2007, erhielt er schließlich das Patent für sein Produkt „NeptuTherm„.

    Meier starb Ende des Jahres 2016 überraschend an einem Herzinfarkt – seine Frau Monika und Sohn Michael führen aber „in seinem Sinne“ das Unternehmen weiter. Sie beziehen das Seegras aus Tunesien und Albanien. Selbst trotz des Transportweges hinterlässt es einen deutlich geringeren ökologischen Fußabdruck als vergleichbare Dämmmaterialien.

    Ich finde, wenn die Natur uns das schenkt, dann sollten wir das auch annehmen. (Richard Meier, swr.de)

    Preislich spielt Seegras im „preislichen Mittelfeld des Dämmstoffmarktes“. Der Quadratmeterpreis liegt zwischen 24 und 35 Euro. „Mit gängigen Dämmmaterialien wie Stein- und Glaswolle oder Polystyrolen (EPS, XPS), aber auch mit Naturstoffen wie Flachs und Hanf lässt sich ein Gebäude zum Teil deutlich günstiger dämmen, der Vorteil von Seegras besteht demgegenüber in seiner zu 100 % ökologischen Qualität“ (hausjournal.net).

    Auch Jörn Hartje, eigentlich Ornithologe, ist auf Seegras gestoßen – an der Ostsee. Er hat sein eigenes Haus damit gedämmt und Freunde wollten es ihm gleichtun. So hat er die Firma „Seegrashandel“ gestartet.

    Die Idee, Seegras als Dämmmaterial zu verwenden ist nicht neu: „Im 18. Jahrhundert war Seegras der erste kommerziell gehandelte Dämmstoff, sagt Hartje. In der USA sei er sehr verbreitet gewesen, zum Beispiel wurde das Rockefeller-Center mit Seegras gedämmt“ (enorm-magazin.de).

    Der große Nachteil, sowohl für Hartje als auch für Meier ist, dass oft nicht vorhersehbar ist, wo, wann und wie viel Seegras angespült wird – das erfordert schnelle Reaktion, rasches Handeln und gute Koordination.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, cocoparisienne, Pixabay

  • #143 GiveDirectly: Bedingungsloses Grundeinkommen soll Armut in Kenia bekämpfen

    Das bedingungslose Grundeinkommen ist nun schon seit einigen Jahren ein Thema. Dies wird kontrovers diskutiert und an einigen Orten bereits ausgetestet – wie z.B. zuletzt in Finnland. Doch kann es auch eine Möglichkeit sein, die Armut am afrikanischen Kontinent zu bekämpfen?

    Die Non-Profit-Organisation GiveDirectly hat mit einem 12-Jahre-Pilot-Programm das bislang größte Experiment zum bedingungslosen Grundeinkommen gestartet. Dabei sollen 26.000 Menschen aus 200 verschiedenen kenianischen Orten beteiligt sein – 6.000 davon sollen durch das Projekt über den Zeitraum der ganzen zwölf Jahre ein bedingungsloses Grundeinkommen erhalten.

    Dabei sollen sie 0,75 US-Dollar (rund 0,67 Euro) pro Tag erhalten. Das durchschnittliche Jahreeinkommen in Kenia liegt laut der Weltbank bei rund 1.340 US-Dollar bzw. 1231,05 Euro. Laut laenderdaten.info liegt das durchschnittliche Monatsgehalt bei 101 Euro. (Siehe dazu: Update-Information am Ende des Beitrages)

    ForscherInnen an den Universitäten Princeton und MIT werten dabei die Daten aus und zeigen auf, ob das Programm effektiv ist oder nicht. Obwohl das Projekt bereits angelaufen ist, sammelt GiveDirectly weiter Geld aus der Crowd: Bislang konnten bereits 24,3 Millionen gesammelt werden.

    Unter anderem investierte Pierre Omidyar, ein US-Amerikaner iranischer Herkunft und der Gründer der Auktionsplattform eBay, eine halbe Million US-Dollar in das Programm. Auch ein Mitbegründer von Facebook, Dustin Moskovitz, hat sich bereits beteiligt. Und so scheint es nur mehr eine Frage der Zeit zu sein, bis das Projekt wirklich starten kann und aussagekräftige Ergebnisse liefern wird können.

    In diesem Podcast von Vox.com hört man Eindrücke aus Kenia, geht auf auftauchende Fragen ein und ist grundsätzlich sehr interessant anzuhören (auf Englisch):

    https://soundcloud.com/vox-the-weeds/weeds-in-the-wild-free-money#t=0:11


    Weiterführende Links und Quellen:

    Update-Information/Erratum: Mir ist beim Umrechnen aufgrund von Komma und Punkt ein Fehler unterlaufen. In der ersten Version des Artikels schrieb ich darüber, dass das durchschnittliche Monatseinkommen bei rund 15 Euro liege, das ist natürlich falsch. Das Durchschnittseinkommen pro Monat liegt bei 101 Euro. Sorry! (Vielen Dank an Andreas und Andy fürs Aufmerksammachen und Andy fürs Liefern weiterer Quellen!)

    Bildquelle: CC BY SA (2.0), wrcomms, Titel: Kenyan shillings, Flickr

  • #142 Schweiz: Mehrheit stimmt für Energiewende

    In vielen Medien liest man heute, dass die Schweiz sich für den Atomausstieg ausgesprochen hat. Das entspricht – sehr langfristig gesehen – auch der Wahrheit. Nur ist dieser „sanfte Atomausstieg“ nur ein kleiner Teil der „Energiestrategie 2050“, welche mit 58,2 % (bei einer Wahlbeteiligung von 42,4 %) angenommen wurde. Basis für diese Abstimmung ist ein revidiertes Energiegesetz (EnG), welches bereits im Herbst 2016 vom Parlament verabschiedet wurde.

    Das Energiegesetz beinhaltet folgende Punkte: Verbot des Baus neuer Kernkraftwerke, Senkung des Energieverbrauchs, Steigerung der Energieeffizienz und Förderung erneuerbarer Energien. Auf diese Weise wird die Schweiz unabhängiger von importierten fossilen Energien. Gleichzeitig werden in der Schweiz die einheimischen erneuerbaren Energien gefördert und damit Arbeitsplätze sowie Investitionen geschaffen. (politnetz.ch)

    Nach dem eindeutigen Ja für die Energiestrategie 2050 werden keine neuen Atomkraftwerke in der Schweiz hinzukommen. Wobei dies eher ein symbolischer Akt sei, wie Karl Gaulhofer in der Presse schreibt: „Durch das Überangebot an gefördertem Ökostrom sind die Preise so niedrig, dass sich die Investition in ein AKW nicht mehr rentiert“ (diepresse.com). Von den fünf bestehenden Atommeilern wird Mühleberg 2019 aus wirtschaftlichen Gründen aus dem Netz genommen. Zwei weitere stehen seit Monaten still – aufgrund technischer Probleme. Dabei ist fraglich, ob Beznau 1, das dienstälteste Atomkraftwerk der Welt, je wieder ans Netz gehen wird.

    Das Gesetz sieht aber grundsätzlich vor, dass die restlichen vier so lange weiterlaufen dürfen, solange sie als sicher eingestuft werden. Dabei kann es aber natürlich dazu kommen, dass wirtschaftliche Gründe auch bei den vier AKWs dazu führen, dass die eigentlich sicheren Reaktoren früher oder später abgeschaltet werden.

    Die drei Eckpfeiler der Energiewende 2050

    • Atomausstieg: keine neuen AKWs, „Auslaufen lassen“ der bestehenden AKWs)
    • Erneuerbare Energien: Sonne, Wind, Biomasse, Abfall, Biogas und Geothermie haben im Jahr 2000 0,2 TWh (Terawattstunden) erzeugt, 2015 waren es 1,7 TWh, bis 2035 sollen es 11,4 TWh und bis 2050 schließlich 24,2 TWh werden. (Wem Wasserkraft fehlt: Die Schweiz bezieht bereits 60 % des Schweizer Stroms aus Wasserkraft)
    • Energieeffizienz: Hier soll sich der Energieverbrauch von 232,9 TWh im Jahr 2015 auf 125 TWh im Jahr 2050 verringern. Außerdem soll der Stromverbrauch pro Kopf um 18 % sinken (im Vergleich zum Verbrauch im Jahr 2000)

    Das neue Gesetz soll Anfang 2018 in Kraft treten.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, 422737, Pixabay

  • #141 Hotel-Seife findet Wiederverwendung in Kambodscha

    Zahlen von UNICEF besagen, dass einer von fünf Todesfällen von kambodschanischen Kindern im Alter von fünf Jahren und jünger auf Durchfallerkrankungen zurückzuführen sind. Gründe davor sind die schlechten Hygienepraktiken. Doch es ist nicht so einfach: Für viele Menschen in Kambodscha ist ein Stück Seife ein Luxusartikel, den sie sich nicht leisten können.

    Aus diesem Grund hatte der US-Student Samir Lakhani im Jahr 2014 bei einem Aufenthalt in einem Hotel in Kambodscha eine Idee: Hotel-Seife, die kaum benutzt wurde, wird normalerweise in den Müll geworfen. Er wollte diese Seifen sammeln, recyceln und jenen Menschen im Kambodscha zur Verfügung zu stellen, die sie sich normalerweise nicht leisten können. Daher startete er die Non-Profit-Organisation „Eco-Soap Bank“.

    Heute betreibt diese Organisation vier Recyclingcenter im ganzen Land und bietet bezahlte Arbeitsplätze für 35 Frauen. Für diese Frauen bedeutet das, dass sie ihre Familie versorgen, Schulden zurückzahlen und ihren Kindern eine Schulbildung ermöglichen können. Ihre Aufgabe in den Recyclingcentern ist es, die benutzten Seifen zu reinigen und sie zu neuen Seifen oder Flüssigseifen einzuschmelzen.

    Doch Eco-Soap konzentriert sich nicht nur darauf, die Seifen unter die Menschen zu bringen. Die Communities, Familien und Kinder lernen auch die Wichtigkeit von Hygiene, um Krankheiten vorzubeugen. Über 660.000 Menschen haben von den recycelten Seifen der Eco Soap Bank bislang profitiert. Das Ziel von Lakhani ist es, das Konzept in weiteren Entwicklungsländern umzusetzen – aktuell sind Expansionen in sieben weitere Länder geplant.

    Lakhani ist nicht der erste mit dieser Idee: Bereits 2011 stellte CNN ein ähnliches Projekt von Derreck Kayongo vor, das „Global Soap Project„.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, B_A, Pixabay

  • #140 Ein Armband lässt Menschen mit Parkinson wieder schreiben

    Bereits Ende des vergangenen Jahres tauchte das Project Emma erstmals in zahlreichen Timelines auf: Ein Forschungsteam wollte für Emma Lawton, eine junge Frau mit Parkinson, ein Tool entwickeln, damit diese wieder schreiben und zeichnen kann. All das passierte im Rahmen einer Sendung aus dem Vereinigten Königreich namens „The Big Life Fix“. Dem Team rund um Haiyan Zhang, Director of Innovation bei Microsoft Research, gelang schließlich mit einem Armband (auf Englisch: einem „wearable“), dessen Prototyp den Titel „The Emma“ trug. Dass da Microsoft dahinterstand, war im viralen Video noch nicht wirklich offensichtlich – doch mit einem Milliardenunternehmen im Rücken ist die Chance bedeutend größere, dass dieser Prototyp in Massenproduktion gehen kann.

    Auf der Microsoft-Entwicklerkonferenz Build 2017 wurde nun das „Project Emma“ einem großen Publikum vorgestellt: Das Armband versucht mit winzigen Vibrationsmotoren deb durch die Parkinsonerkankung charakteristischen Tremor (also das Zittern bzw. Zucken) auszugleichen und damit die Hand etwas zu stabilisieren. Das Video (das offizielle Build 2017-Video, eine gekürzte Form des Videos vom Dezember) zeigt die Ausgangslage und den großartigen Erfolg.

    https://www.youtube.com/watch?v=k9Rm-U9havE

    Zahlen und Fakten zu Morbus Parkinson

    „Parkinson ist eine langsam fortschreitende neurologische Erkrankung, die bei ungefähr einem Prozent der über 60-Jährigen eintritt, wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen. Die Krankheit beginnt bei einem Großteil der Patienten nach dem 50. Lebensjahr“ (apotheker.or.at)

    Eine Heilungsmöglichkeit gibt es bis heute nicht, jedoch kann man mittels Medikamente gegen die Symptome vorgegangen werden. Ein starke Wirkung von Marihuana-Öl bei Parkinson wird im Dokumentarfilm „Ride with Larry“ gezeigt – innerhalb weniger Minuten hört der Tremor auf. Eine weitere mögliche Behandlung ist „Deep Brain Stimulation“, zu deutsch Tiefe Hirnstimulation, ein neurochirurgisches Verfahren zur Behandlung von Bewegungskrankheiten – auch hier ein Video dazu)

    Erkrankte weltweit: zwischen 6 Millionen (WHO, zitiert nach parkinson-oesterreich.at) und rund 10 Millionen (Parkinson’s Disease Foundation und European Parkinson’s Disease Association)
    Erkrankte in Österreich: etwa 20.000 (parkinson-oesterreich.at)
    Erkrankte in Deutschland: 250.000 bis 280.000 (parkinson-gesellschaft.de)
    Erkrankte in der Schweiz: über 15.000 (parkinson.ch)

    Was kommt nach dem Prototypen?

    Microsoft hat dem weiteren Plan für das „Project Emma“ noch nicht genannt – aber dass sie es auf ihrer großen Entwicklerkonferenz vorgestellt haben, zeigt ganz offensichtlich, dass man diesen Prototypen weiter verbessern und schließlich auf den Markt bringen will.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: Microsoft 

  • #139 Europäisches Parlament will Verschwendung von Lebensmitteln verringern

    Laut Schätzungen sollen in den achtundzwanzig Ländern der Europäischen Union jährlich rund 88 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll landen – das sind umgerechnet 173 Kilogramm pro Bürgerin und Bürger.  Abgeordnete des Europäischen Parlaments haben aus diesem Grund Maßnahmen vorgeschlagen, um der Verschwendung Einhalt zu gebieten und sie bis zum Jahr 2024 um 30 % und bis  zum Jahr 2030 um 50 % zu verringern.

    „Das Parlament fordert die EU-Kommission auf, die Beschränkungen für Lebensmittelspenden aufzuheben und die Verwirrung bezüglich der Angaben zum „Mindesthaltbarkeitsdatum“ und zum „Verbrauchsdatum“ von Lebensmitteln zu beenden.“ (europarl.europa.eu)

    Die kroatische Berichterstatterin Biljana Borzan, Mitglied im Ausschuss für „Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit“, fordert „koordinierte politische Maßnahmen in den Bereichen Etikettierung, Haftung und Information, da die meisten Verbraucher die genaue Bedeutung des Mindesthaltbarkeitsdatums und des Verbrauchsdatums nicht verstehen“. Außerdem sollen Mängel bei bestehende EU-Rechtsvorschriften, welche Lebensmittelspenden behindern, geändert werden. Ebenso sollen diese Spenden von der Mehrwertsteuer befreit sein.

    Am 16. Mai 2017 wurde ihre Entschließung mit 623 Stimmen verabschiedet, es gab 33 Gegenstimmen und 20 Enthaltungen.

    Infografik: Lebensmittelverschwendung in der EU

    In dieser Infografik sind verschiedene Daten aus der EU und ihren Mitgliedsländern hinsichtlich dem Problem der Lebensmittelverschwendung gesammelt:


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, congerdesign, Pixabay, Infografik: europarl.europa.eu

  • #138 Bessere Impfstoffe gegen Keuchhusten und HPV

    Zwar gibt es sowohl gegen Keuchhusten als auch gegen Humane-Papilloma-Viren-Infektionen Impfstoffe – doch nun wurden auf einem Symposium in Wien neue, wirksamere Impfstoffe vorgestellt.

    Neuer Keuchhusten-Impfstoff

    Keuchhusten fordert pro Jahr weltweit zwischen 200.00 bis 400.000 Todesopfer bei rund 16 Millionen Erkrankungsfällen. Obwohl es schon lange Zeit einen Impfstoff gab, gingen in den vergangenen Jahren die Erkrankungen (v.a. auch bei Jugendlichen und Erwachsenen) wieder in die Höhe. Waren es in den 1980er Jahren in den USA nur um die 2.000 Fälle pro Jahr, waren es 2012 rund 50.000. Allein in Österreich stiegen die Fälle von 339 Fälle im Jahr 2014 auf 1.165 im Jahr 2016 an.

    Der neue Impfstoff soll prophylaktisch wirken – im Gegensatz zum vorhanden Impfstoff, welcher vor der Krankheit, aber nicht vor der Infektion schützt. Camille Locht vom Institute Pasteur im französischen Lille arbeitet mit ihrem Team seit Jahren an dem neuen Impfstoff: „Nach einer Erprobung an Pavianen und in anderen Tiermodellen gelang es auch durch eine entsprechende Dosierung, in einer frühen Phase der klinischen Prüfung an Probanden eine Bildung von schützenden Antikörpern bei bis zu um die 90 Prozent der Probanden nachzuweisen.“ (derStandard.at)

    Neuer HPV-Impfstoff aus Wien

    Humane Papilloma Viren stecken faktisch hinter fast „allen Fällen von Gebärmutterhalskrebs und viele Karzinomen des Genitaltraktes und im HNO-Bereich sowie hinter Haut- und Genitalwarzen“

    Reinhard Kimbauer, in Wiener Immundermatologe war 1992 bei der Schaffung des aktuellen Impfstoffs beteiligt. Der neue Impfstoff hat führt zu einer viel breiteren und deutlich mehr HP-Viren umfassenden Immunantwort als der modernste Impfstoff. Bereits 2018 soll dieser Impfstoff angewendet werden.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, WerbeFabrik, Pixabay