Autor: Dominik

  • #157 Aravrit: Eine neue Schrift verbindet Hebräisch und Arabisch

    Die israelische Typografin Liron Lavi Turkenich ist für eine völlig neue Schrift erfunden, die sowohl von hebräisch als auch arabisch sprechenden Menschen gelesen werden kann. In einem englischsprachigen Video erklärt sie, wie ihr das gelungen ist.

    Ihre Idee geht auf Émile Javal zurück, einem französischen Augenarzt und Politiker des 19. Jahrhunderts, der erkannte, dass man nur die obere Hälfte eines Satzes braucht, um ihn lesen zu können – wie dieser horizontal halbierte Satz zeigt:

    language.jpg

    Turkenich hat versucht, ob das auch mit hebräischer und mit arabischer Schrift funktioniert. Wie bei der lateinischen Schrift benötigt man im Arabischen die obere Hälfte, beim Hebräischen hingegen die untere. Das brachte die Typografin auf die Idee, diese zwei Schriften zu verschmelzen. Damit diese Schrift auch wirklich verwendet werden kann, hat sie alle 638 verschiedenen Zusammensetzungsmöglichkeiten erstellen müssen.

    Das Projekt war ein Abschlussprojekt – Anfang Juni hat sie die Schrift schließlich vorgestellt. Ihren Abschluss schaffte sie bereits im Jahr 2012 – seither arbeitete sie an der Finalisierung ihrer Schrift.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: Von der Website von Liron Lavi Turkenich

  • #156 Islands erfolgreicher Plan, Drogenmissbrauch bei Jugendlichen zu senken

    In Island ist der Anteil an Jugendlichen zwischen 15 und 16 Jahren, die im vergangenen Monat Alkohol getrunken haben, gesunken. Deutlich gesunken sogar: Waren es 1998 noch 42 Prozent, so sind es 5 Prozent im Jahr 2016. Auch die Zahl jener, die jemals Cannabis geraucht haben ist im selben Zeitraum von 17 auf 7 Prozent gesunken. Und jene, die täglich Zigaretten rauchen ging von 23 Prozent gar auf 3 Prozent zurück. Was macht Island anders als alle anderen Länder?

    Der Inselstaat hat sich den US-Psychologen Harvey Milkman geholt. Er forschte in New York und später in Denver, welche Gründe Menschen dazu bringen, Drogen zu nehmen. Er kam zum Schluss, dass „drug education“, also die Aufklärung über die Gefahren von Drogen, keinerlei Wirkung haben – denn niemand passt bei so etwas auf. Stattdessen muss man jungen Menschen etwas anderes zu tun geben, etwas besseres. Deshalb gründete Milkman in Denver die Initiative „Project Self-Discovery“. Die Jugendlichen könnten Sport machen, Musik lernen oder tanzen, Hip Hop, Kunst oder Kampfsport. Das Projekt war ein Erfolg, kurz danach kam die Einladung nach Island und nun lebt er sogar dort.

    Natürlich gab es auch gesetzliche Änderungen: Alkohol darf man nun erst im Alter von 20 Jahren kaufen, Zigarettenkauf ist erst mit 18 möglich, ebenso wurde Werbung dafür verboten. Zusätzlich gab es eine nächtliche Ausgangssperre für Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren: im Winter lag diese bei 22 Uhr, im Sommer bei Mitternacht. Und auch die Eltern wurden stärker in das ganze Projekt involviert – sie sollten mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen.

    Was sich jetzt vielleicht nach einem sehr strengen, harten Plan ohne jugendliche Freiheiten (bzw. vor allem Rebellionen) anhört: Das ist es wohl. Aber es funktioniert: Die Zeit, die Kinder mit ihren Eltern verbringen, hat sich von 1997 bis 2012 verdoppelt, ebenso die Zeit, die Kinder in den Sport-/Kunstaktivitäten verbringen. Island hat das Projekt nun auch in weitere europäische Städte exportiert (rund 35 an der Zahl) und trägt den Namen „Youth in Europe„. Auch dort scheint dieser Ansatz zu funktionieren – in Bukarest ist z.B. auch die Zahl der Suizide von Jugendlichen (gemeinsam mit Drogenmissbrauch) gesunken.

    Das Projekt hat natürlich ein paar Beschränkungen: Einerseits stellt sich klarerweise die Frage, wie sehr der Staat in das Leben der Bevölkerung eingreifen darf und soll. Andererseits ist Island mit rund 340.000 EinwohnerInnen ein relativ kleiner Staat – schon viele Städte in Europa oder den USA haben deutlich mehr EinwohnerInnen. Deshalb passiert Youth in Europe aktuell auch nur in einzelnen Städten und nicht als nationaler Plan, wie ihn Island in den 90ern startete.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, kurtdeiner, Pixabay

  • #155 Die unglaubliche Strandreinigung von Mumbai

    Innerhalb von 21 Monaten haben Freiwillige auf dem 2,5 Kilometer langen Versova-Strand 5,3 Millionen Kilogramm Müll beseitigt. Galt er früher als einer der dreckigsten Strände Mumbais, so ist er jetzt von all dem Müll befreit. Doch wie ist das passiert?

    Begonnen hat alles mit dem jungen Anwalt und Umweltschützer Afroz Shah. Als er vor zwei Jahren in sein neues Apartment einzog, sah er die Müllberge auf diesem Strand. Er erzählt CNN „It was 5.5 feet high. A man could drown in the plastic“ (umgerechnet sind das rund 1,68 Meter). Mit einigen NachbarInnen hat er schließlich 2015 begonnen, den Strand zu säubern – und wurde schließlich von mehr als 1.000 Freiwilligen unterstützt. Darunter lokale BewohnerInnen, PolitikerInnen, Bollywood-Stars und Schulkinder.

    Zusätzlich wurden noch 52 öffentliche Toiletten am Strand gereinigt und 50 Kokospalmen gepflanzt. Ziel von Afroz Shah ist es, insgesamt 5.000 Kokospalmen zu pflanzen, um am Strand eine Kokospalmenlagune herzurichten, wie es das früher an der Stelle gab.

    Die Veränderung machte u.a. auch Muppavarapu Venkaiah Naidu, der Minister „of Housing and Urban Poverty Alleviation“ (übersetzt: für Wohnungswesen und städtische Armutsbekämpfung).

    Der Grund, warum so viel Müll am Strand landete ist einfach erklärt: Einerseits wird durch den Wind über das Meer viel Müll angespült. Außerdem ist der Strand von Slums umgeben – und auch von dort wurde viel Müll hingebracht. Die lokale Politik hat, weil der Strand zuvor nicht viele BesucherInnen und TouristInnen anlockte, die Reinung lange ignoriert.

    Die Vereinten Nationen haben die Transformation des Versovastrand als „world’s largest beach clean-up project“ bezeichnet.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Pexels, Pixabay

  • #154 Contact the Elderly – Gemeinsam gegen die Einsamkeit

    logoFür viele Menschen in hohem Alter ist das Thema Einsamkeit und Isolation ein großes Thema. Wenn der Alltag leerer und die Tage damit immer länger werden, täte etwas Abwechslung natürlich gut. In Großbritannien gibt es dafür „Contact the Elderly“, eine Organisation, in der man ältere Menschen zu Tee und Kuchen einlädt.

    Die Idee dahinter ist relativ einfach: Es gibt einen „host“, also eineN GastgeberIn. In ihrer bzw. seiner Wohnung oder Haus findet das Zusammenkommen statt. Damit die Gruppe überschaubar bleibt, werden sechs bis acht Gäste eingeladen. Damit für alle der Weg auch schaffbar ist, gibt es Freiwillige, die den Fahrdienst übernehmen. Solche Treffen finden einmal im Monat statt – der oder die GastgeberIn macht das aber nur ein oder maximal zwei Mal im Jahr. Laut der Website bleiben die freiwilligen FahrerInnen jedoch immer gleich. Es wird nicht erwartet, dass die Gäste selber auch GastgeberInnen werden.

    Das allererste Treffen fand bereits am ersten Sonntag im März 1965 statt. Seit September 1965 wurde „Contact the Elderly“ eine Wohltätigkeitsorganisation – und seither wurden schon mehr als 100.000 einsame ältere Menschen unterstützt. Wenn man auf Google News nachsieht, erkennt man, dass monatlich mehr und mehr in Großbritannien dazukommen.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, pompi, Pixabay

     

  • #153 Hoffnung auf raschere Früherkennung bei Grünem Star

     

    ForscherInnen des University College London (UCL) und des Western Eye Hospitals in England ist es gelungen, bei ersten Tests die Symptome für Grünen Star frühzeitig zu erkennen. Unter Grünem Star oder Glaukom versteht man Augenkrankheiten mit unterschiedlichen Ursachen, bei denen ein Verlust von Nervenfasern in den Augen die Folge ist.

    Ihre Technik heißt DARC das für „detection of apoptosing retinal cells“ (übersetzt ungefähr: das Erkennen von absterbenden Retinazellen). Dabei wird einen speziell dafür entwickelter fluoriszierender Marker injiziert – der dann die erkrankten Zellen bei einer Untersuchung weiß leuchten lässt.

    Zwar hat sich die Früherkennung bei Grünem Star in den letzten Jahr(zehnt)en bereits verbessert – hier könnte man aber zusätzlich 10 Jahre gewinnen. Die erste Studie wurde jedoch bislang nur an 16 Menschen durchgeführt – natürlich bedarf es nun viele weitere Tests.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Skitterphoto, Pixabay

  • #152 Alternativen zum Auto in Zürich immer beliebter

    Seit dem Jahr 2000 ist der Anteil von motorisiertem Individualverkehr von 40 % auf 25 % zurückgegangen, die Nutzung des Fahrrads hingegen allein in einem halben Jahrzehnt von 4 % auf 8 % angewachsen. Und das, nachdem die wahlberechtigten BürgerInnen von Zürich die Regierung dazu verpflichtet haben, den Individualverkehr um 10 Prozentpunkte zu setzen. Wurde das zuvor noch als „völlig unrealistisch“ bezeichnet, hat man nun zur Halbzeit bereits die Hälfte erreicht. Bis 2021 sollte es dann auf 20 Prozent zurückgegangen sei.

    Anteil der Hauptverkehrsmittel in Prozent

    (Die Grafik findet man im Original auf tagesanzeiger.ch)
    Quelle: Tiefbau- und Entsorgungsdepartement | Daten

    VerkehrZürich.png
    Zur interaktiven Grafik hier entlang

    Das Fahrrad ist aber trotz des deutlichen Zuwachses nur auf Platz 4 von 4. Beim Mikrozensus 2015 gaben die Befragten an, dass 41 % öffentliche Verkehrsmittel als Hauptverkehrsmittel nutzen, 26 % gehen zu Fuß und 25 % wählen das eigene Auto.

    Nun wird die Forderung vorgebracht, mehr in das „Velonetz“, also die Strecken mit Fahrradspur(en) zu investieren um diesen Wandel bei der Wahl der Hauptverkehrsmittel voranzutreiben.

    Filippo Leutenegger, der zuständige Stadtrat ist zuversichtlich, bis 2021 das Ziel zu erreichen. Es gebe bereits zahlreiche Maßnahmen, die schon umgesetzt, im Bau oder in Planung sind – diese würden schon im Mikrozensus 2020 bemerkbar sein.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, kurtdeiner, Pixabay

  • #151 Recycling für CO2 aus der Luft

    Das Schweizer Startup-Unternehmern Climeworks fragt auf seiner Website: „What if we could remove CO2 directly form the air?“ Kohlen(stoff)dioxid ist eine chemische Verbindung aus Kohlenstoff und Sauerstoff, ein natürlicher Bestandteil unserer Luft, und ein wichtiges Treibhausgas in der Erdatmosphäre. Der Anteil in der Erdatmosphäre ist aber durch den Menschen deutlich angestiegen, was den Treibhauseffekt verstärkte und die Ursache für die globale Erwärmung ist. Es wäre also toll, wenn Climeworks es wirklich könnte, oder?

    In Hinwil (einer Gemeinde im Kanton Zürich) hat Climeworks heute (am 31. Mai 2017) eine Anlage gestartet, die pro Jahr bis zu 900 Tonnen CO2 aus der Umgebungsluft holen. Das „abgesaugte“ CO2 wird dann in ein nahegelegenes Gewächshaus eingeleitet, um dem Gemüse beim Wachsen zu helfen.

    Auf NZZ.ch wird erklärt, wie die Anlage funktioniert:

    „In jedem der achtzehn übereinandergetürmten Module befinden sich Ventilatoren, die Luft ansaugen. Diese strömt durch ein speziell behandeltes Filtermaterial auf Zellulose-Basis. Wie ein Schwamm nimmt der Filter CO2-Moleküle auf, bis er gesättigt ist. Um ihn wieder zu aktivieren, wird der Filter unter Vakuum gesetzt und auf 95 Grad erhitzt. Die nur lose anhaftenden CO2-Moleküle lösen sich von der Oberfläche und werden zwischengespeichert. Der nächste Zyklus kann beginnen.“ (nzz.ch)

    In Zukunft sollen nicht nur Gewächshäuser vom CO2 profitieren, sondern auch die Getränkeindustrie. Bei der Herstellung von Mineralwasser (CO2 + H2O, also: H2 CO3) bezieht die Industrie das bisherige CO2 aus der chemischen Industrie. Außerdem haben die Gründer Christoph Gebald und Jan Wurzbacher vor, synthetische Kraftstoffe damit herzustellen – diese seien im Idealfall CO2-neutral. Aus diesem Grund kooperiert das Unternehmen bereits seit 2013 mit Audi.

    Auch Bäume entziehen der Luft das Kohlendioxid. Wurzbacher erklärt aber, dass das Climeworks-Produkt viel, viel besser wirkt (aber natürlich nicht so schön aussieht).  :

    “One CO2 collector has the same footprint as a tree,” says Wurzbacher. “It takes 50 tons of CO2 out of the air every year. A corresponding tree would take 50 kilograms of the air every year. It’s a factor of a thousand. So in order to achieve the same, you would need 1,000 times less area than you would require for plants growing.” (fastcompany.com)


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: Bild von der Climeworks-Website

  • #150 Mit listnride Fahrräder verleihen und selber ausleihen

    Fahrradverleihe sind nichts Neues und auch BikeSharing wie z.B. das CityBike in Wien gibt es bereits. Doch „listnride“ möchte gerne etwas anderes sein – eine Art Airbnb, nur statt um Wohnungen soll es diesmal eben um Räder gehen.

    Johannes Stuhler und Gert-Jan van Wijk haben sich im Studium kennengelernt, teilen die Leidenschaft des Radfahrens und haben deshalb ihre Idee einer Onlineplattform in die Realität umgesetzt. Nach München und Berlin sind sie nun auch bereits in Amsterdam und Wien aktiv. Grundsätzlich kann listnride aber überall funktionierten, wo sich nur genügend verleihende Menschen/Unternehmen finden.

    Ob ein einfaches Stadtfahrrad, ein Mountainbike, ein E-Bike oder ein Lastenfahrrad – die Plattform bietet für jeden Geschmack des richtige Zweirad. Von den rund 1.500 gelisteten Rädern kommen übrigens 70 % von Bike-Shops oder den Herstellern selbst und 30 % werden von privaten VerleiherInnen angeboten.

    Für die Hersteller und Bike-Shops ist es eine gute Möglichkeit, die neuesten Modelle herzuzeigen – für die KundInnen die Möglichkeit, ohne Kaufzwang ebendiese Modelle auszuprobieren und zu nutzen.

    Wer sich fragt, was passiert, wenn das Rad beschädigt oder gestohlen wird: Dafür gibt es zwar keine Versicherung, aber eine Art Ausfallfond. Im Jahr 2017 wollen sie 10.000 Leihvorgänge erreichen – langfristig soll die Plattform europaweit angeboten werden.


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Pexels, Pixabay

     

     

  • #149 Solarkühlschränke für kenianische Mangos

    Bei Außentemperaturen von rund 35 Grad ist es für kenianische Obst- und Gemüsebauern sehr wichtig, möglichst rasch ihre Ernte in den Handel bringen zu können. Bislang gelingt das, laut dem kenianischen Landwirtschaftsministerium, aber nur mit 50 bis 70 Prozent ihrer Ernte – der Rest konnte bislang nicht gekühlt gelagert werden und verrottete. Doch ein Non-Profit-Projekt stellt Mangobauern in Nziu Solarkühlschränke zur Verfügung – und beobachtet dabei die Entwicklung.

    Hinter dem Non-Profit-Projekt steht die Gruppe TechnoServe und die Initiative Yieldwise. TechnoServe hat es sich zur Aufgabe gemacht, unternehmerisch tätige Menschen in Entwicklungsländern zu unterstützen und mit ihnen wettbewerbsfähige Farmen, Unternehmen oder Industrien aufzubauen. YieldWise, erst Anfang 2016 gegründet, ist eine Initiative der Rockefeller Foundation. Ihr Ziel ist es, den Ernteverluste für afrikanische Landwirte zu reduzieren. Sie sagen, dass man allein mit den weggeworfenen bzw. verrotteten Ernteprodukten 1 Milliarde Menschen ernähren könnte.

    Ein Metallcontainer mit vier Solarpaneelen, ein Kühlaggregat, ein Wechselrichter und eine Autobatterie – daraus setzen sich die Solarkühler zusammen. Die Batterie benötigt man, um auch eine Kühlung nach dem Sonnenuntergang gewährleisten zu können. So wird rund um die Uhr gekühlt.

    Die Solarkühlschränke schaffen Temperaturen von 17 Grad Celsius für die geernteten Mangos. Bereits jetzt kühlen 150 Bäuerinnen und Bauern 3,4 Tonnen ihrer Früchte. Zusätzlich verdienen sie nun mehr am Verkauf ihrer Ernte: Konnten sie früher von Zwischenhändlern zu billigen Preisen gezwungen werden (da das geerntete Obst ja recht rasch weiterverkauft werden mussten), haben sie nun eine bessere Ausgangslage bei den Verhandlungen. Der Preis pro Kilo stieg von umgerechnet rund 7 Cent auf 18 Cent.

    Ein Käufer ist z.B. der global agierende Konzern Coca-Cola Company. Für Landwirte, die mit dem Unternehmen kooperieren, stiegen die Profite um 142 Prozent. Coca-Cola überlegt zudem, die gesamte Produktion in Ostafrika auf lokale Ressourcen aus nachhaltige Produktion umzustellen.

    Aus der Sicht des International Food Policy Research Institute (IFPRI) ist Landwirtschaft der Zukunft nur überlebensfähig, wenn sie sieben Anforderungen genügt: Effizienz, soziale Gerechtigkeit, Klimaverträglichkeit, Nachhaltigkeit, Ernährungs- und Gesundheitsbewusstsein und Unternehmerfreundlichkeit. Manchmal funktioniert das allein mit 18 Grad Celsius Unterschied zur Außentemperatur. (orf.at)


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, Meditations, Pixabay

  • #148 Spouts of Water: Keramikfilter für sauberes Trinkwasser in Uganda

    Als die US-amerikanische Collegestudentin Kathy Ku im Jahr 2010 in Uganda unterrichtete, bemerkte die damals 19jährige, dass sie und ihre Gastfamilie häufig krank wurden – durch das Trinkwasser. Zurück auf der Harvard University ließ sie der Gedanke nicht los, dass man etwas dagegen tun muss. Etwas Erfahrung hatte sie hinsichtlich solcher Filter bereits mit Engineers Without Borders gelernt und so designte sie einen Keramikwasserfilter und bekam auch noch Hilfe von StudienkollegInnen. Doch ihr Ziel war es nicht, diese Filter nach Uganda zu schicken – sie sollen in Uganda hergestellt werden.Nachdem Gespräche mit mehreren Entwicklungshilfeorganisationen zeigten, dass sie zwar Interesse an Wasserfiltern haben, aber sie selber nicht produzieren können, wusste sie, dass sie die Produktion sozusagen selbst in die Hand nehmen muss.

    In ihrem „junior year“, also dem dritten Jahr ihres Bachelorstudiums, nam Ku ein Jahr Auszeit, um ihre Idee in die Tat umzusetzen. Nun, fünf Jahre nachdem sie dieses Jahr Auszeit genommen hat, ist ihre Organisation Spouts of Water gewachsen: 40 MitarbeiterInnen haben bislang 14.000 Keramikfilter hergestellt, die 99,9 Prozent der Bakterien aus dem Wasser entfernen. Dadurch haben rund 100.000 Menschen nun Zugang zu sauberem Trinkwasser.

    Zu Beginn schaffte man es, maximal 10 Filter pro Tag herzustellen – in der neuen Firma haben sie nun die Kapazität 10.000 Filter pro Monat herzustellen. Aktuell stehen sie bei 800 bis 2.000 Stück pro Monat. Die Filter kosten 20 Dollar und halten für zwei Jahre.

    Im Herbst wird Ku beginnen, an der Stanford Medical School zu studieren – dadurch endet Spouts of Water aber nicht: „It’s a great feeling to have to realize that you don’t have just a company. You have an organization, you have a structure that can run without you. So I’m really excited about that.“ (news.nationalgeographic.com)

    In der neuen Serie „Chasing Genius“ stellt National Geographic inspirierende Geschichten vor. Das ist das Video zu Kathy Ku:


    Weiterführende Links und Quellen:

    Bildquelle: CC0 Public Domain, tpsdave, Pixabay