Autor: Dominik

  • #177 Jordanien schafft „Heirate-dein-Opfer“-Klausel ab

    Im Jordanischen Strafgesetzbuch wird Vergewaltigung mit bis zu sieben Jahren Gefängnis oder Todesstrafe bestraft, wenn das Opfer 15 Jahre alt ist. Der Vergewaltiger kann aber dieser Strafverfolgung entkommen, wenn er das Opfer heiratet und es mindestens drei Jahre bleibt. Dieser Artikel 308 soll nun endlich abgeschafft werden. 2016 wurde das Gesetz bereits dahingehend geändert, dass Straffreiheit nur dann möglich ist, wenn das Opfer zwischen 15 und 18 Jahre alt gewesen ist.

    Jordanien folgt mit der Aufhebung der Klausel Ägypten, Marokko und Äthiopien nach. Laut der internationalen NGO Human Rights Watch gibt es aber eine solche Klausel noch in Tunesien, Libanon, Syrien, Libyen, Kuwait, Irak, Bahrain, Algerien und in den palästinensischen Gebieten. Im Libanon und Bahrain wird aber bereits an Gesetzesänderungen gearbeitet.

    Laut dem Justizministeriums haben 159 Vergewaltiger zwischen 2010 und 2013 diesen Ausweg gewählt. Im gleichen Zeitraum wurden 300 Vergewaltigungen verzeichnet (wobei die Dunkelziffer sehr deutlich darüber vermutet wird). Oftmals werden Opfer sogar von ihrer Familie dazu gezwungen, den Täter zu heiraten, um die „Familienehre“ zu schützen.

    Doch für vergewaltigte Frauen besteht noch eine weitere, traurige Gefahr, nämlich durch die Hand von männlichen Verwandten getötet zu werden – sogenannte „Ehrenmorde“ werden auch vor Gericht behandelt: 8 Fälle in 2015, 9 in 2016. Aber auch hier sieht das Gesetz vor, dass Täter eine geringere Strafe erhält, wenn er seine Frau oder eine andere weibliche Verwandte getötet hat, wenn er vermutete, dass sie außerehelichen Sex hatte. Wenn die Familie des Opfers bzw. des Täters eine Beschwerde fällt, kann die Mindeststrafe von einem Jahr (für Mord!) sogar noch halbiert werden.

    Laut dem Richter Jehad al-Duradi hat sich zwar in diesem Bereich das Gesetz nicht geändert, aber die Interpretation. In den vergangenen Jahren wurden derartige Straftaten immer stärker bestraft. Seit 2010 erhielt lein überführter Mörder weniger als 10 Jahre Gefängnis.

    Suad Abu-Dayyeh, eine Sprecherin der Gruppe Equality Now, hofft, dass das Ende der Klausel in Jordanien ein positives Beispiel für die ganze Region werden könnte.

    Die Abschaffung des Gesetzes soll Ende dieses Monats passieren.


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    Bildquelle: CC BY (2.0)Giåm, „Jerash, Jordanie, Visite des ruines de la cité romaine.“,  Flickr

  • #176 2 Milliarden Plastiktaschen weniger in Deutschland

    Im Jahr 2015 verbrauchte der bzw. die Durschnittsdeutsche noch 68 Plastiktaschen pro Jahr. Ein Jahr später sind ist der Pro-Kopf-Verbrauch auf 45 Taschen pro Jahr gesunken. Laut aktuellen Zahlen der Gesellschaft für Verpackungsforschung sank der Verbrauch von 5,6 Milliarden Taschen pro Jahr auf 3,6 Milliarden – ein Rückgang von einem Drittel.

    Die Gründe dafür sind vielfältig: Modeketten wie H&M oder C&A haben 2016 begonnen, Gebühren für die Einkaufstaschen zu verlangen – allein damit sank die Ausgabe von Taschen um 50 Prozent. Supermärkte wie Real, Penny, Lidl oder Rewe haben Plastiktaschen komplett aus ihren Geschäften verbannt. Insgesamt verlangen seit Juli 2016 über 350 Unternehmen Geld für jede ausgegebene Plastiktasche.

    Eine Alternative, die Papiertaschen, sind zwar gut recyclebar, werden sie aber nur ein- oder zweimal genutzt, schneiden sie auch hier in der Ökobilanz schlecht ab. Ihr Herstellung verbraucht nämlich viel Wasser und Energie. (Wobei sie natürlich grundsätzlich viel ökologischer sind als ihre Plastikpendants.) Perfekt hingegen sind Stoffbeutel. Sie sind extra für eine häufige Nutzung ausgelegt und können einen über Monate oder gar Jahre hinweg begleiten.


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    Bildquelle: CC0 Public Domain, geralt, Pixabay

  • #175 Impfstoff gegen Gräserallergie in Entwicklung

    400 Millionen Menschen jeden Alters sind auf der ganzen Welt von einer Allergie auf Gräserpollen betroffen. Die Symptome sind vielfältig: z:B. Schnupfen, tränende Augen oder Atemnot. An der Medizinuniversität Wien wird deshalb nun eine neue, allergenspezifische Immuntherapie entwickelt.

    Die Journalistin Karin Pollack hat auf derStandard.at recht verständlich beschrieben, warum der Körper auf Gräserpollen derart reagiert:

    Das menschliche Immunsystem ist ein ziemlich guter Wächter, wenn es um das Erkennen von fremden Eindringlingen geht. Das Problem: Das Immunsystem von Allergikern ist übereifrig, reagiert vollkommen unangemessen und identifiziert Gräserpollen als Feinde, obwohl sie an sich keine sind. (derStandard.at)

    Beim europäischen Allergologenkongress (EAACI) in Helsinki hat Chefallergologe Rudolf Valenta der MedUni Wien die aktuellen Studiendaten der Immuntherapie vorgestellt. Bei dieser Therapie handelt es sich um eine Impfung, die zusammen mit dem Biotechunternehmen Biomay entwickelt wurde. Bei der vorgestellten Studie wurde der Impfstoff BM32 an 300 ProbandInnen getestet. Nun bereitet man sich auf Phase III, den entscheidenden Abschnitt vor der Marktzulassung vor – diese Phase sollte innerhalb eines Jahres abgeschlossen sein. Nebenwirkungen oder Begleiterscheinungen wurden bisher keine entdeckt.

    Die Impfung soll in vier Teilen erfolgen und bräuchte einmal jährlich eine Auffrischung. Andere Allergiethearpien (wie z.B. die Sublinguale Immuntherapie (SLIT). Laut Valenta stehen auch bereits Baupläne für Impfstoffe gegen Hausstaub und Tierhaare bereit. Zwar seine die Allergene anders, das Wirkprinzip der Impfung jedoch gleich.

    Funktionsweise der Immuntherapie

    Wenn das Immunsystem eines Allergikers z.B. Gräserpollen erspürt, produziert es Immunglobuline Typ-E (IgE). Diese haften sich an die Mastzellen, den sogenannten „Wächterzellen“ an. Einmal sensibilisiert, registrieren und melden die Zellen die Ankunft neuer Pollen. Die ForscherInnen haben den Bauplan des allergieauslösenden Eiweises in Gräserpollen „entschlüsselt, gentechnisch verändert und damit entschärft“. Dadurch aktivieren B-Zellen (jene Zellen, die Antikörper bilden können) Immunglobuline vom Typ G (IgG). Diese bremsen dann die IgE aus – und damit die allergische Reaktion, die von den Mastzellen ausgeht.

    Wirkung auch gegen Hepatitis B?

    Im September 2016 hat die MedUni Wien darüber berichtet, dass laut einer Studie am Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung erkannt wurde, dass der neuartige Impfstoff BM32 auch eine wirksame Behandlungsoption gegen die Infektion mit Hepatits B sein könnte. Rund 350 Millionen Menschen weltweit tragen diesen Virus im Blut. Carolin Cornelius hat in ihrer Dissertation am Institut folgendes herausgefunden:

    „Es konnte gezeigt werden, dass eine Impfung mit BM32 bei Personen, die sich vorab keiner Immunisierung mit einem konventionellen Hepatitis-B-Impfstoff unterzogen haben, im Durchschnitt eine 80-prozentige Hemmung der Hepatitis B-Virus-Infektion bewirkt hat.“ (Carolin Cornelius, meduniwien.ac.at)


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  • #174 Südsudan: UNO erklärt Hungersnot für beendet

    Im Februar diesen Jahres haben die Vereinten Nationen zum ersten Mal seit 2011 eine Hungersnot ausgerufen. Durch militärische Konflikte, schlechte Ernten und rapide steigende Preise für Lebensmittel hatte sich die Lage im Südsudan zugespitzt. Der Staat, der 2011 die Unabhängigkeit von Sudan erlangte und seit 2013 in einem Bürgerkrieg ist, gilt als „gescheiterter Staat“. Im Fragile State Index steht der Staat auf Platz 2 von 178. Nur Somalia wird als noch fragiler angesehen.

    Durch humanitäre Hilfe, Abwurf von Lebensmittel in den abgeschiedensten Teilen des Landes, Aufbau von temporären Klinken und durch Druck auf die Regierung, diese Hilfe zuzulassen, ist es nun so, dass die formale Definition von Hungersnot nicht mehr auf den Südsudan zutrifft.

    (Hunger-)Krise besteht weiter

    Rein nach der Definition, kann man nicht mehr von einer Hungersnot sprechen. Doch die Lage ist weiter schlimm: Sechs Millionen Menschen sind immer noch gefährdet (die Gesamteinwohnerzahl liegt bei rund 12,5 Millionen). Das ist sogar ein höherer Wert als im Februar. Damit ist zwar die akute Hungersnot gebremst worden, doch heute sind mehr Menschen an der Schwelle zur Hungersnot als jemals zuvor. Deshalb ist es wichtig, dass die humanitäre Hilfe auch weiter bei der Bevölkerung ankommt und nun nicht, aufgrund der „ersten Entwarnung“ weniger wird.

    Die UNO spricht davon, dass es die größte humanitäre Krise seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges: knapp 20 Millionen Menschen sind von Hungersnot bedroht – in Nordost-Nigeria, Somalia, Jemen und Südsudan.

    Definition einer Hungersnot

    • Mindestens 20 % der Bevölkerung hat Zugang zu weniger als 2.100 Kilokalorien pro Tag
    • Akute Unterernährung bei mehr als 30 % der Kinder
    • Zwei Tote pro 10.000 Menschen, oder 4 Tote pro 10.000 Kinder pro Tag

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  • #173 Europäische Kommission startet Instrument zur Kompetenzermittlung für Asylsuchende

    Die EU-Sozialkommissarin Marianne Thyssen hat am 20. Juni 2017, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, eine neue elektronische Plattform vorgestellt, die Nicht-EU-BürgerInnen und eben auch gezielt Asylsuchenden bei der Arbeitsvermittlung helfen soll. Die Beamten der Europäischen Union haben sich sogar einen besonders eingängigen Namen dafür ausgedacht: „EU-Instrument zur Erstellung von Kompetenzprofilen für Drittstaatsangehörige“.

    Das Problem ist, dass es oftmals sehr schwierig ist, die Bildung und Ausbildung von geflüchteten Menschen zu ermitteln. Genau da soll dieses Instrument helfen: Zuerst füllen einE InterviewerIn (z.B. einE SozialarbeiterIn) und der/die Befragte (aus einem Drittstaat) einen Fragebogen aus, bei der die Kompetenzen, der schulische und berufliche Werdegang, Arbeit/Lebensunterhalt, Erfahrungen und Erwartungen abgefragt werden. Danach kann man in einem Web-Editor (welcher in 30 Sprachen – den EU-Amstsprachen und den Sprachen Arabisch, Farsi, Paschtu, Sorani, Somalisch und Tigrinya – zugänglich ist).

    Durch das Ausfüllen des Fragebogens und des Web Editors erhält der/die NutzerIn ein „Kompetenzprofil“. Der/die Sozialarbeiterin kann dann Empfehlungen für die nächsten Schritte abgeben: zum Beispiel einen Besuch bei einer amtlichen Akkreditierungsstelle zur Anerkennung einer Qualifikation, die Empfehlung eines Sprachkurses oder einen Termin bei einer öffentlichen Arbeitsverwaltung.

    In Deutschland kann drei Monate nach der Antragstellung auf Asyl können Menschen aus Drittstaaten eine Arbeitserlaubnis beantragen. Die zuständige Stelle ist die Ausländerbehörde. In Österreich dürfen Unternehmer grundsätzlich keine Asylwerber beschäftigen, wobei es dabei ein paar Ausnahmen gibt. So kann eine Beschäftigung als Saisoner erteilt werden. Zudem soll es für jugendliche Asylwerber bis zu 25 Jahren einen Lehrplatz geben – aber nur in jenen Lehrberufen, in denen ein nachgewiesener Lehrlingsmangel besteht. Aber egal ob als Saisoner oder im Lehrberuf: Auch hier muss man zumindest seit drei Monaten zum Asylverfahren zugelassen sein.


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  • #172 Fortschritte bei Forschung zur Regeneration menschlicher Haut

    Einem kleinen US-amerikanisches Biotech-Unternehmen ist es gelungen, dass bei Verbrennungen oder Wunden Haut erfolgreich vollständig regeneriert wurde und auch Haarwachstum an diesen Stellen angeregt wurde. Vorerst zwar im Versuch mit Schweinen, doch dies scheint ein wichtiger Weg zu sein, damit dies auch bald mit menschlicher Haut möglich ist.

    Heutzutage wird bei rekonstruktiver Chirurgie bei Menschen mit Verbrennungen oftmals eine dünne Schicht gesunder Haut von einer anderen Stelle des Körpers verwendet. Dabei gelingt es aber nicht, eine natürlich dicke und funktionelle Haut an Körperstellen mit den Verbrennungen entstehen zu lassen. Hier sieht PolarityTE Inc. (der Name des Unternehmens) ihren Vorteil.

    Hier wird zwar auch mit Haut des Patienten bzw. der Patientin. Hierbei wird die Haut im Labor vergrößert (sozusagen: ausgedehnt). Danach entstehen dort alle Hautschichten, bevor es zur Behandlung der Wunde eingesetzt wird. Laut PolarityTE soll dieser Vorgang innerhalb von weniger als 24 Stunden passieren.

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    Diese Grafik soll in aller Einfachheit den Ablauf der Technologie beschreiben. (Bildquelle: PolarityTE)

    Nach der erfolgreichen Forschung an Schweinen sollen menschliche Studien später im Laufe diesen Jahres beginnen – eine Zelltherapie könnte schließlich zwölf bis 18 Monate danach auf den Markt kommen. Doch die Haut ist dem Unternehmen nicht genug: Es wird verlautbart, dass die Technologie auch das Potential hat, voll funktionsfähige Gewebe wie Knochen, Muskel, Knorpel oder die Leber zu entwickeln.


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  • #171 Mehr Rechte für Frauen in Saudi-Arabien

    Das Königreich Saudi-Arabien ist für vieles bekannt, aber definitiv nicht für das Hochhalten von Frauenrechten. Der absolutistisch regierende König (und zugleich Premierminister) Salman ibn Abd al-Aziz lässt aber doch, nach und nach, etwas mehr Rechte für Frauen zu.

    Schlusslicht bei Geschlechtergerechtigkeit

    Man kann es sich kaum vorstellen: In Saudi-Arabien unterliegen Frauen in der Regel einer „gesetzlichen männlichen Vormundschaft“. Sie sind nicht geschäftsfähig und können keine Rechtsgeschäfte ohne Zustimmung ihres männlichen Vormundes tätigen. Zwar muss jede Frau einen Personal- bzw. Reiseausweis besitzen, eine Verlängerung war bislang aber nur mit schriftlicher Zustimmung des Vormunds möglich. Das Lenken von Fahrzeugen ist bis heute für Frauen verboten.

    Im 2016 veröffentlichten Global Gender Gap Report des Weltwirtschaftsforums über Geschlechtergerechtigkeit landete Saudi-Arabien auf Platz 141 und insgesamt 144 Ländern. Einzig in Syrien, Pakistan und Yemen liegen dahinter. Schweiz liegt hier übrigens auf Platz 11, Deutschland auf Platz 12, Österreich auf Platz 52.

    Kleine Schritte

    Am 4. Mai hat der König von Saudi-Arabien ein Dekret unterzeichnet. Dieses beinhaltet einige Veränderungen. So wird den Regierungs- und Verwaltungsbehörden aufgetragen, eine Liste mit allen Services und Angeboten zusammenzustellen, welche eine Frau ohne Zustimmung des „männlichen Vormunds“ machen. Bislang war zum Beispiel ein Studium, der Zugang zu ärztlicher Betreuung ohne Zustimmung nicht möglich. Ebenso soll es nun möglich sein, dass sich Frauen in Gerichten selber repräsentieren können. Zusätzlich sieht das Dekrets sieht vor, dass Organisationen ihren weiblichen Mitarbeitern eine Transportmöglichkeit zur Verfügung stellen.

    „Now at least it opens the door for discussion on the guardian system,“ Ms Akeel told the Thomson Reuters Foundation. „Women are independent and can take care of themselves.“ (independent.co.uk)

    Vorangegangene Schritte waren z.B. das passive Wahlrecht im Jahr 2011 (Frauen konnten in ein politisches Amt gewählt werden). Seit Dezember 2015 besitzen sie auch ein aktives Wahlrecht auf kommunaler Ebene (das heißt, sie dürfen selber wählen). Außerdem haben sie einen etwas besseren Zugang zum Arbeitsmarkt. 2012 durften saudische Frauen auch erstmals bei den Olympischen Spielen antreten.

    Ablaufdatum für Vormundssystem

    Es geht schleppend voran, aber das Vormundssystem sollte ein Ablaufdatum haben. Der Großmufti Abdulaziz al-Sheikh, einer der höchsten religiösen Autoritäten des Landes, bezeichnete dieses System als „a crime against the religion of Islam“ und nannte es „an existential threat to Saudi society“. Bereits 2009 und 2013 stimmte Saudi Arabien zu, das „männliche Vormundssystem“ abzuschaffen und jegliche Diskriminierung gegenüber Frauen zu beseitigen. Bis heute hat sich zumindest schon einiges verbessert, es ist aber noch sehr viel zu tun.

    2016 gab es bereits Aktionen von Frauen, die in Saudi Arabien für mehr Rechte kämpften. U.a. einen offenen Brief an den König, eine Twitterkampagne mit den Hashtags #StopEnslavingSaudiWomen und #IAmMyOwnGuardian sowie einer Petition, bei der mehr als 14.000 Menschen unterschrieben haben.


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    Bildquelle: CC0 Public Domain, 3dman_eu, Pixabay

  • #170 Supermärkte testen Verpackungen aus Gras

    Bei einem ganz normalen Einkauf kommt man mit nicht nur mit Lebensmitteln nach Hause – sondern auch mit einer Unmenge an Verpackungsmaterial, dass im Müll landet. Nach und nach öffnen auch einzelne „Unverpackt“-Läden: Dabei wird ganz bewusst auf unnötiges Verpackungsmaterial und vor allem Plastik verzichtet. Doch in großen Supermarktketten wie Spar, Rewe oder Edeka gibt es nur ein langsames Umdenken.

    Doch nun startet ein kleiner Testlauf der Rewe-Gruppe (in Deutschland: Rewe und Penny; in Österreich: Merkur, Billa, Penny; in der Schweiz: seit 2011 nicht mehr aktiv). Seit Anfang Juni gibt es ihre Bio-Äpfel in Schachteln aus Graspapier.

    https://twitter.com/rewe_group/status/872717287958204416?ref_src=twsrc%5Etfw&ref_url=https%3A%2F%2Futopia.de%2Frewe-penny-graspapier-verpackungen-53962%2F

    Das Graspapier besteht zu 60 Prozent aus Holz und zu 40 Prozent aus sonnengetrocknetem Gras. Doch warum soll das besser sein als Karton?

    Laut Rewe gibt es mehrere Vorteile:

    1. Gras ist ein Rohstoff, der sehr schnell nachwächst
    2. die Produktion von Graspellets ist wasser- und energiesparender als bei konventioneller Papierherstellung
    3. bei der Produktion entstehen deutlich weniger Treibhausgasse
    4. außerdem kommt dabei keine Chemie im Einsatz

    „Insgesamt könnten so zukünftig bei 1 Million Verpackungseinheiten über eine halbe Tonne Treibhausgase (CO2-Äquivalente) im Vergleich zu bestehenden Apfelverpackungen (Trays) eingespart werden. Ebenso kann ca. 10 Prozent Energie eingespart werden.“ (rewe-group.com)


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    Bildquelle: CC0 Public Domain, Ajale, Pixabay

  • #169 Europäischer Erfinderpreis für automatisierten Malaria-Bluttest

    Der österreichische Biochemiker Oliver Hayden hat gemeinsam mit dem niederländischen Wissenschaftler Jan van den Boogaart den „Europäischen Erfinderpreis 2017“ gewonnen. Für die Entwicklung eines automatischen Blutschnelltests für Malaria wurden sie in der Kategorie „Industrie“ ausgezeichnet. Der Preis wird seid zwölf Jahren jährlich vom Europäischen Patentamt (EPO) verliehen.

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    Jan van den Boogaart (links) und Oliver Hayden (rechts) feiern den Europäischen Erfinderpreis in der Kategorie „Industrie“ (© EPO)

    Malaria ist eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten für Menschen: Jährlich gibt es 200 Millionen Neuinfektionen und 2 Millionen Todesfälle (Quelle: tropeninstitut.at). Überträger sind Stechmücken der Gattung Anopheles. Normalerweise ist für eine Diagnose eine aufwendige mikroskopische Untersuchung notwendig. Durch die Erfindung von Hayden und van den Boogaart kann die Diagnose automatisiert durchgeführt werden: die beiden haben 30 Parameter gefunden und eine Algorithmus entwickelt. Mit einem Bluttestcomputer ist es damit möglich, die Krankheit mit einer Sicherheit von 97 Prozent zu diagnostizieren.

    Die beiden haben bereits 2011 das Patent angemeldet, 2015 wurde es ihnen schließlich auch erteilt. Hayden war von 2007 weg bei Siemens Corporate Technology bzw. Siemens Healthineers aktiv – deshalb wurde der Algorithmus auch für einen Blutscanner der Siemens-Medizintechnik-Sparte Healthineers entwickelt (und deshalb gab es auch den Preis in der Kategorie „Industrie“. 2017 übernahm er schließlich die Heinz-Nixdorf-Professur für Biomedizinische Elektronik an der Technischen Universität München.

    Die beiden Forscher versuchen, die Methode, die für Malaria funktioniert, auch auf andere Erkrankungen wie Leukämie auszudehnen.


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    Bildquelle: CC0 Public Domain, nuzree, Pixabay

  • #168 Sparsamster Supermarkt der Welt in Finnland

    Supermärkte haben einen enormen Energieverbrauch: Ob nun die ganz normale Heizung, die Backöfen fürs Gebäck oder die Kühlvorrichtungen für die Tiefkühlkost bzw. die Lagerung der Produkte. Deshalb arbeiten auch einige kluge Ingeneure und Architekte daran, dass auch hier Einsparungen möglich werden.

    Ein Supermarkt in der Stadt Oulu zeigt nun, wie es gehen kann: Er verbraucht weniger als die Hälfte eines vergleichbaren Supermarkts. Da er nur 40 Prozent der Energie braucht, spart sich der Betreiber jährlich 180.000 Euro an Kosten für Strom. Oulu ist übrigens die fünftgrößte Stadt Finnlands und die nördlichste Großstadt der Europäischen Union.

    Pro Quadratmeter und Jahr liegt der Energiebedarf des Supermarkts bei 240 Kilowattstunden. Im durchschnittliche Bestand (Altbau, 1950er bis 1970er-Jahre) liegt bei 150-250 kWh pro Quadratmeter – somit liegt dieser Supermarkt (trotz des deutlich höheren Energiebedarfs) im Durchschnitt einer alten Wohnung. Zum Vergleich: Ein „normaler“ Supermarkt verbraucht 600 kWh pro Quadratmeter pro Jahr. Die Hälfte des Energiebedarfs wird übrigens durch eine Solaranlage am Dach gedeckt.

    Der Supermarkt gehört zur S Group, einer finnischen Firmengruppe mit über 1.600 Märkten. Der Supermarkt ist ein Teil des VIRPA Projekts, in dem VTT Technical Research Centre of Finland Ltd., der University of Oulu und der Privatsektor involviert sind.


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    Bildquelle: CC0 Public Domain, TeroVesalainen, Pixabay